FWG fordert Einhaltung des Budgets

Kosten für das neue Verwaltungshaus des Kreises am Schlossplatz in Eschwege drohen zu explodieren

Baulücke: Nach dem Abriss des Schlosshotels klafft am Schlossplatz in Eschwege eine Baulücke. Die Arbeiten ruhen, weil die Kosten für den Bau des neuen Kreishauses explodieren. Foto: Sagawe

Eschwege. Der Neubau des Kreishauses am Schlossplatz in Eschwege und die Sanierung der vorhandenen Gebäudeteile müssen umgeplant werden: Das fordert die FWG-Fraktion im Kreistag Werra-Meißner.

„Der beschlossene Kostenrahmen darf nicht überschritten werden“, sagt Fraktionsvorsitzender Waldemar Rescher.

Dass bei dem Verwaltungsneubau etwas nicht stimmt, habe der lange Stillstand beim Baufortgang am ehemaligen Schlosshotel und der früheren Sparkasse vermuten lassen. Zu dem zwanzigprozentigen Puffer werde momentan mit einer Kostensteigerung von weiteren rund 40 Prozent gerechnet. „Unsicher ist, was die Sanierung am Ende kostet“, sagt FWG-Sprecher Andreas Hölzel, „ohne wesentliche Änderung des Vorhabens wird sie wahrscheinlich noch deutlich teurer.“

Für die Finanzausschusssitzung am heutigen Dienstag in Oberhone (13 Uhr, Verwaltungsgebäude am Ortseingang) hat die FWG einen Fragenkatalog formuliert.

• Die freie Wählergemeinschaft möchte wissen, was von dem für das Gesamtvorhaben vorgesehenen Budgets bereits ausgegeben (bezahlte, vorliegende und noch zu erwartende Rechnungen) wurde.

• Kam es bei den bereits ausgeführten Arbeiten bereits zu nicht geplanten Mehrausgaben? Wenn ja, zu welchen?

• Wie viel Geld ist von dem beschlossenen Etat nach Begleichung aller Rechnungen noch vorhanden?

• Welche Kosten wurden für die noch offenen Arbeiten ursprünglich kalkuliert und welche Kosten sind aktuell zu erwarten?

• Wo sind die Abteilungen beziehungsweise Mitarbeiter momentan so untergebracht, dass die Arbeitsbedingungen so schlecht sind, dass der Dienstbetrieb darunter erheblich leidet und unbedingt eine bessere Unterbringung nötig ist?

• Wäre das Füllen der Baulücke mit schlankeren Bauten und weniger Büroräumen und die Beibehaltung des Standortes in Oberhone oder die Unterbringung der übrigen Mitarbeitern in anderen kreiseigenen Räumlichkeiten nicht die temporär bessere Lösung?

Die FWG kritisiert, dass Brandschutzauflagen als ein Grund für die Kostensteigerung genannt werden und will wissen, ob das nicht vorhersehbar war. Auch baulicher Zusatzaufwand in Höhe von fast zwei Millionen Euro wirft nach Ansicht der Freien Wähler Fragen auf.

Ein weiterer Einwand: Warum gibt es nicht einen erneuten Ideenwettbewerb mit der Zielvorgabe, mit den bisher eingeplanten Mitteln auszukommen?

Ein weiterer Vorschlag: den Mitarbeitern der Verwaltung Homeoffice als Variante anzubieten. Hölzel weiter: „Zwei Mitarbeiter in Teilzeit könnten sich jeweils einen Arbeitsplatz teilen. Wir wollen wissen, wie viel Büroraum sich dadurch einsparen lässt.“

Landrat Stefan Reuß und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann hatten vor knapp zwei Wochen erklärt, dass das Projekt mindestens drei Millionen Euro und bis zu weit über sieben Millionen Euro teurer wird als geplant. Veranschlagt war das Vorhaben mit neun Millionen Euro, gedeckelt mit 10,5 Millionen Euro. Die teuerste Variante, die heute dem Finanzausschuss vorgestellt wird, soll 16,25 Millionen Euro kosten. (hs)

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