Bilanz nach einem Jahr

Kostenlose Beratungen für Menschen mit Beeinträchtigungen kommen gut an

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Wichtige Hilfe für Betroffene und Angehörige: Geraldine Vander informiert sich bei Sozialpädagoge und EUTB-Berater Steffen Köhler.

Seit gut einem Jahr gibt es die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung in Eschwege. Sie bietet kostenlos Beratungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Angehörige an.

Geraldine Vander ging es lange Zeit wie vielen anderen Angehörigen von Menschen mit Beeinträchtigungen auch. An wen muss ich wenden, wenn ich Fragen zum Thema habe und Hilfe brauche? „Es war ein bisschen wie in einem Labyrinth. 

Jetzt habe ich eine Anlaufstelle und bekomme Antworten und Unterstützung“, erzählt die Pflegemutter eines beeinträchtigten Kindes. In ihrem Fall geht es um die Möglichkeit, ein den Bedürfnissen ihres Pflegekindes angepasstes Auto bezuschussen zu lassen.

Beratung ist kostenlos

Gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet die EUTB umfassende Beratungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Angehörige. Und das kostenlos.

Mit viel Einfühlungsvermögen wird in der EUTB beraten. Denn die Berater sind teilweise selbst Betroffene – Menschen mit Beeinträchtigungen. 

Sie können sich daher bestens in die Probleme der Ratsuchenden hineinversetzen. „Manche Erfahrungen haben wir ja selbst gemacht und uns gewünscht, dass uns jemand hilft, sagt Nino Langendorf, Berater der EUTB und auf den Rollstuhl angewiesen.

Bilanz: Rund 100 Gespräche seit 2018

Seit Juni 2018 wurden rund 100 Beratungsgespräche geführt. „In den ersten Wochen lief es etwas schleppend an. Je bekannter wir wurden, desto mehr Beratungen haben wir durchgeführt“, sagt Steffen Köhler, Sozialpädagoge und Berater der EUTB. 

„Wir freuen uns sehr, wenn wir mit unserer Fachkompetenz Menschen helfen können.“ Und das ganz besonders in Zeiten, in denen sich vieles wandelt. „Durch das neue Bundesteilhabegesetz ändert sich für die Betroffenen einiges, es herrscht eine gewisse Verunsicherung vor“, berichtet Köhler. 

Dank der Vernetzung mit Leistungsträgern und Leistungserbringern, beispielsweise mit verschiedenen Fachbereichen der Kreisverwaltung und der Agentur für Arbeit, könne Betroffenen oft schnell weitergeholfen werden.

Themen: Arbeit, Pflege, Zuschüsse

Beraten wird in der EUTB von A bis Z. Von Fragen zur Arbeit, beispielsweise zum Budget für Arbeit oder zu einem Arbeitsplatzwechsel, über die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises und die Hinzuverdienstgrenzen bei Erwerbsminderung, das Teilhabeplanverfahren bei mehreren Leistungsträgern bis hin zu Zuschüssen für die berufsbedingte Anschaffung eines Autos oder auch für Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen nach dem Pflegestärkungsgesetz. 

„Wir bilden uns ständig weiter, um auf dem aktuellsten Stand zu sein und den Ratsuchenden die beste Beratung bieten zu können“, so Köhler.

Sprechzeiten in der Friedrich-Wilhelm-Straße

Sprechzeiten der EUTB in der Friedrich-Wilhelm-Straße 50 in Eschwege sind Montag von 9 bis 14 Uhr, Dienstag von 13 bis 17 Uhr und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr. Telefonisch ist die Beratungsstelle unter 0 56 51/3 39 01 70 oder per E-Mail info@eutb-wmk.de zu erreichen. 

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