Im neuen Jahr mit alter Karte zum Arzt

Krankenkassen befürchten Probleme mit Gesundheitskarte

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Umstritten: Die neue elektronische Gesundheitskarte mit einem Lichtbild des Versicherten kann viele Daten der Patienten speichern. Krankenkassen begrüßen das. Ärzte, aber auch viele Versicherte fürchten hingegen um die Sicherheit ihrer Daten.

Werra-Meißner. Mit dem Jahreswechsel hat die elektronische Gesundheitskarte die alte Krankenversichertenkarte abgelöst. Sie ist nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen seit dem 1. Januar der einzige gültige Versicherungsnachweis für gesetzlich Versicherte.

Allerdings werde auch die alte Karte weiterhin akzeptiert, sofern diese noch gültig und die elektronische Gesundheitskarte noch nicht vorhanden ist, gibt die KV Hessen an.

Zwei Jahre hatten die Krankenkassen Zeit, ihre Versicherten mit der Karte zu versorgen. "Das haben allerdings weder die DAK noch andere Kassen lückenlos geschafft", räumt Reinhold Münch, Serviceleiter der DAK-Gesundheit im Werra-Meißner-Kreis, ein. Er schätzt, dass etwa 96 Prozent der Versicherten bereits eine neue Karte besitzen.

Derzeit gebe es kein festes Datum, bis wann die alten Karten noch verwendet werden können, sagt Münch. Unbefristet gelte die alte Karte jedoch mit Sicherheit nicht. Zudem sei nicht gesichert, dass alle Ärzte die Karte annehmen. Rein rechtlich könnten diese sogar Privatrechnungen ausstellen, wenn keine neue Karte und damit kein gültiger Versicherungsnachweis vorhanden ist, sagt Münch. Allerdings sei es wegen der neuen Abrechnungsvorgänge gerade im ersten Jahresquartal für die Krankenkassen sogar wünschenswert, dass Patienten ihre alten Karten weiterverwenden.

Der Witzenhäuser Allgemeinmediziner Dr. Norbert Frank wird die alten Karten annehmen, "so lange sie gültig sind". Er steht der neuen Karte "absolut skeptisch" gegenüber, da sie unter anderem speichern könne, wann die Patienten bei welchem Arzt waren. Mit dem neuen Speicherchip sei die elektronische Gesundheitskarte "der Türöffner zum gläsernen Patienten", sagt Frank.

Von Sina Beutner 

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