Modellprojekt gestartet – Das sagen Verantwortliche im Kreis dazu

Krankenschwestern bald für alle Schulen?

Werra-Meißner. Diesen Monat ist in Hessen das „Schulkrankenschwester“-Projekt gestartet. Getestet wird ihr Einsatz an zehn Modellschulen, keine davon aus dem Werra-Meißner-Kreis.

Das soll sich nach dem Willen des Verbandes für Bildung und Erziehung (VBE) und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ändern. Ihre Forderung: Alle Schulen sollen eine medizinische Fachkraft bekommen.

Grund sei die steigende Zahl von Schülern mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Allergien, heißt es in einer Mitteilung der Verbände. Diese Kinder benötigten auch während des Unterrichts medizinische Hilfe, die der Staat über Fachpersonal und nicht über Lehrer sicherstellen müsse, die dafür nicht ausgebildet seien.

Die Datenbasis für die Behauptung, es gebe mehr kranke Kinder, hält Johannes Batton, Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW und Gesamtpersonalratsvorsitzender im Kreis, für dünn und floskelhaft. Es sei nicht klar, woher die Verbände ihre Angaben haben. Fakt sei: Brauchen Schüler regelmäßig Medikamente, können Lehrer sich freiwillig dazu bereit erklären, diese zu verabreichen. Eine Verpflichtung dazu bestehe – anders als bei der Ersten Hilfe im Notfall – aber nicht. Chronisch kranke Kinder und deren Eltern sind derzeit im Schul- und Arbeitsalltag auf die Hilfe der Pädagogen angewiesen, für die das zusätzliche Arbeit bedeutet. Ein Beispiel gibt Martina Beck, Leiterin der Grundschule Röhrda: „Bei einem Allergiker achten wir darauf, dass seine Schulspeise keine gefährlichen Stoffe enthält, und einen Diabetiker erinnern wir daran, sein Insulin pünktlich zu spritzen. Insgesamt gibt es im ländlichen Raum aber wenig betroffene Kinder.“

Medizinische Unterstützung sei dennoch willkommen, sagt Günter Stephan, Leiter der Badestädter Grundschule. Nicht nur zur Begleitung chronisch kranker Kinder, sondern auch zur Versorgung von Verletzungen bei Unfällen.

Von Kathrin Betzler 

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