Kreis: Banken warnen vor Investition in Bitcoin

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Werra-Meißner. Seit Monaten sorgt die Digitalwährung Bitcoin mit ihrem großen Gewinnversprechen für Gesprächsstoff. Die Banken im Werra-Meißner-Kreis beobachten das Phänomen und die dahinter stehende Technologie mit großer Skepsis.

Einige Kunden interessieren sich für Bitcoin, weil Befürworter hohe Renditen versprechen, sagt Marc Semmler, Vorstand der Sparkasse Werra-Meißner. „Aber wir würden unseren Kunden nie raten, in Bitcoin zu investieren. Das ist eine hochspekulative Anlage mit 100 Prozent Risiko.“ Falls der Kurs einbreche, könne das gesamte angelegte Geld weg sein. Die Kursentwicklung sei nicht abzusehen und könne sich schnell ändern. Deshalb hat die Sparkasse Bitcoin weder im Anlageportfolio noch würde sie Kredite für Investitionen in Bitcoin vergeben. Für sicheres Überweisen, für das Bitcoin oft gelobt wird, werde das System noch wenig genutzt, ergänzt Sparkassen-Vorstandschef Frank Nickel. „Es ist derzeit ein reines Spekulationsobjekt.“

Das sehen auch Vertreter der VR-Bank Werra-Meißner so, die Bank investiert selbst nicht in Bitcoin: „Unser Eigengeschäft ist solide konservativ, also risikoscheu.“ Bei den Kunden gebe es bislang keine nennenswerte Nachfrage. Kritisch sei, dass für Banken seit der Finanzkrise 2008 immer mehr Vorgaben gelten, die Bitcoin-Anbieter jedoch keinen Regeln unterliegen. Das führe zu einer Zweiklassengesellschaft bei den Finanzdienstleistern, sagt Martin Hühne, Spezialist für Organisationsentwicklung der VR-Bank.

Eine Rolle spielt der Bitcoin hingegen für die Kripo. Immer wieder legen Hacker Computersysteme von Firmen lahm. Um sie wieder funktionsfähig zu machen, verlangen die Erpresser Lösegeld – zahlbar in Bitcoin. Sekundenschnell wechselt das Geld den Besitzer. Da es anonym läuft, „haben unsere Spezialisten Probleme, die Geldströme zu verfolgen“, sagt Torsten Werner vom Polizeipräsidium Nordhessen. 

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