Im Kreis bekommen besonders viele Hartz IV

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Werra-Meißner. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger liegt im Werra-Meißner-Kreis besonders hoch. 6811 Personen bezogen Ende 2012 nach Zahlen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Arbeitslosengeld II. Das sind 7,6 Prozent der erwerbsfähigen Menschen. Zum Vergleich: In anderen ländlich strukturierten Landkreisen in Westdeutschland sind im Schnitt 4,6 Prozent der 15- bis 64-Jährigen betroffen.

Besonders hoch ist die Zahl derer, die langfristig auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Über zwei Drittel der Hartz-IV-Empfänger im Kreis gelten als Langzeitbezieher. Das heißt, dass sie in den vergangenen zwei Jahren mindestens 21 Monate Hartz IV bezogen haben. Fast die Hälfte bezieht sogar seit mindestens vier Jahren Hartz IV.

„Wir sind eine typische Auspendlerregion“, erklärt Ute Wagner, Leiterin des Jobcenters Werra-Meißner. „Einbrüche auf dem überregionalen Arbeitsmarkt bekommen wir stärker zu spüren als andere Regionen.“ Gehen Jobs in benachbarten Landkreisen verloren, sind häufig Einwohner des Werra-Meißner-Kreises betroffen. Dazu komme, dass Mobilität bei der Jobvermittlung eine bedeutende Rolle spielt. „Wer keinen Führerschein und Auto hat, ist schwerer zu vermitteln“, sagt Wagner.

Ein weiterer Faktor sei die demografische Struktur. „Im September 2013 waren 31 Prozent der ALG-II-Empfänger 50 Jahre und älter“, sagt Wagner. „Für diese Gruppe ist es tendenziell schwieriger, in Arbeit zu kommen.“ Der Anteil der Langzeitbezieher ist in der Gruppe der über 50-Jährigen entsprechend hoch.

Insgesamt sei die Zahl der Hartz-IV-Empfänger zwar hoch, im Verlauf der Jahre aber rückläufig. Zwischen Dezember 2010 und Dezember 2012 ist die Zahl um knapp 1000 Personen gesunken. „Das zeigt, das wir auf einem guten Weg sind.“ Das Jobcenter setzt auf individuelle Betreuung: „Hinter langer Erwerbslosigkeit stecken meist komplexe Problematiken, die es zu beheben gilt.“ (vsz)

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