Kreis: Busunternehmen finden keinen Nachwuchs

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Werra-Meissner. Im Werra-Meißner-Kreis klagen Busunternehmen über Personalmangel. Das Problem betrifft mit Frölich-Reisen aus Hessisch Lichtenau auch das größte Busunternehmen des Kreises.

„Um Fahrer zu finden, muss man inzwischen in die Offensive gehen, aktiv suchen, viel werben und wirklich um sie kämpfen“, sagt Prokuristin Bianca Frölich. Gründe für den Mangel sieht sie unter anderem im Wegfall der Wehrpflicht, denn bei der Bundeswehr seien viele Fahrer ausgebildet worden.

Denn der Busführerschein sehr teuer. „Niemand möchte ihn aus eigener Tasche bezahlen.“ Laut dem Bundesverband Deutscher Autofahrer liegen die Kosten bei rund 10 000 Euro. In der betrieblichen Ausbildung übernimmt allerdings oft die Firma die Kosten.

Bei Brundig-Reisen in Witzenhausen sind die Probleme auch zu spüren. „In den nächsten zwei bis drei Jahren gibt es einige Fahrer, die in Rente gehen werden“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Brundig. Er wisse nicht, ob das Unternehmen wegen des Personalmangels danach noch an Ausschreibungen teilnehmen könne. „Es fehlt Nachwuchs, auch, weil viele den Beruf für unattraktiv halten.“ Ein Grund dafür sei der Stundenlohn. „Wir können nicht das zahlen, was wir möchten“, so Brundig. Das Ziel müsse es sein, dass das Gehalt an das des verarbeitenden Gewerbes herankomme. Bei Fahrern aus dem Ausland sei es laut Wolfgang Brundig zudem schwer, eine geeignete und bezahlbare Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes zu finden. Außerdem müsse der Nachzug ihrer Familien gesichert werden, um die Fahrer langfristig halten zu können.

Das Problem ist nicht auf den Werra-Meißner-Kreis beschränkt. Dem Bundesverband Deutscher Omnibusfahrer zufolge gibt es in vielen Regionen keine Arbeitslosen mehr, die sich auf offene Stellen bewerben könnten. Hinzu komme das Problem, dass viele der etwa 100 000 Busfahrer in Deutschland schon vergleichsweise alt seien.

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