Kreis: Jäger finden kaum Käufer für Wildfleisch

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Werra-Meißner. Die Jäger im Werra-Meißner-Kreis stecken in einem Dilemma: Um die Gefahr einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und die Wildschäden in der Landwirtschaft zu verringern, sollen sie mehr Wildschweine erlegen – aber sie finden kaum noch Käufer für das Fleisch, da viele Verbraucher verunsichert sind.

„Wir merken das, seit die Afrikanische Schweinepest stärker in den Medien ist“, sagt Silke Hartung vom Jagdverein Hubertus Witzenhausen. Dabei ist die Krankheit, die nur Haus- und Wildschweine bedroht, in Deutschland noch gar nicht nachgewiesen. Aktuell gibt es Fälle in Polen und Tschechien. „Es ist wichtig, sich gut vorzubereiten“, sagt Hartung. „Aber es gibt keinen Grund zur Panik.“

Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) will mit mehreren Maßnahmen eine Ausbreitung der ASP verhindern: Damit Jäger mehr Schwarzwild schießen können, prüft das Ministerium, ob die heute beginnende Schonzeit für erwachsene Keiler und Bachen, die keine Jungtiere aufziehen, ausgesetzt werden kann. Bis die Jagdpächtern einen entsprechenden Bescheid vom Ministerium bekommen, sind die Tiere aber noch nicht zum Abschuss freigegeben. „Wir haben diesen Schritt erwartet“, sagt Hartung. Das Aussetzen der Schonfrist helfe den Jägern aber nur bedingt, sagt Wolfgang Brunner von der Hegegemeinschaft Sontra. Wie Hartung fordert er, dass die Kosten für seit Jahren vorgeschriebene Pflichtuntersuchung erlegter Wildschweine auf Trichinen von 7,80 Euro pro Tier erlassen werden, um die Jäger von einem Teil ihrer Kosten zu entlasten – wenn sie schon mehr jagen sollen.

Für den Seuchenfall kündigt Hinz Sammelcontainer für infizierte, verendete Tiere an und lobt eine Prämie von 30 Euro aus, wenn Jäger Proben dieser Schweine ins Labor schicken. Das hilft laut Hartung nur bedingt: Selbst wenn man den Wald gründlich absuche, könne man nicht alle Tiere finden, die an der ASP sterben. 

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