Polizei relativiert leichten Anstieg von 2015 auf 2016

Kreis: Jugendkriminalität ist seit 2010 gesunken

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Werra-Meißner. Im Jahr 2016 gab es im Kreis mehr Jugendkriminalität als noch im Jahr zuvor. 248 Tatverdächtige waren es, 2015 noch 228.

Die langfristige Entwicklung aber spricht eine andere Sprache: 2010 lag der Wert nämlich bei 388 – also um 140 höher. „Eine sensationelle Entwicklung“, sagt Reiner Lingner, der bei der Polizeidirektion Werra-Meißner für Jugendkriminalität zuständig ist.

Den leichten Anstieg im Vorjahr relativiert er: Dieser sei durch die zugezogenen jugendlichen Flüchtlinge zu begründen. „Wir haben das so erwartet. Es ist völlig klar, dass es zu Reibereien kommt, wenn viele Jugendliche verschiedener Glaubensrichtungen in Gemeinschaftsunterkünften auf engstem Raum leben. Das würde uns genauso gehen“, erklärt Lingner.

Interessant dabei ist, dass die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen (14 bis 18 Jahre) von 179 im Jahr 2015 auf 156 im vorigen Jahr sank. Das eigentliche Plus ist bei Kindern unter 14 zu verzeichnen. Der Anstieg: 49 auf 92. „Man würde ja vermuten, dass Jugendliche sich eher zu Schlägereien, Diebstählen oder was auch immer hinreißen lassen. Warum es nicht so ist, lässt sich kaum begründen“, so Lingner.

Möglicherweise liege der Rückgang bei den Jugendlichen an den Präventionsprojekten, die oft in Zusammenarbeit mit Schulen, gerade in höheren Jahrgangsstufen, stattfänden. „Da sind wir von der Polizei stark mit eingebunden. Das Zusammenspiel mit der Schule hat sich im letzten Jahrzehnt stark verbessert“, freut sich Reiner Lingner. So gibt es zum Beispiel Anti-Gewalttraining, Verhaltensschulungen, Verkehrsprojekte und Suchtprävention. Auch die Aufklärung über soziale Medien spiele eine immer wichtigere Rolle. 

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