Studie deutet an

WFG: Werra-Meißner-Kreis wird gut durch Krise kommen

Der sinnstiftende Beruf in der Pflege bietet auch gute Perspektiven für Quereinsteiger. 	Foto:
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Die meisten Beschäftigten im Werra-Meißner-Kreis (rund 7000 oder 25 Prozent) arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen.

Der Werra-Meißner-Kreis wird wirtschaftlich besser durch die Krise kommen als andere Landkreise in Deutschland. Das berichtet Wirtschaftsförderer Dr. Lars Kleeberg.

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner (WFG) beruft sich auf eine Studie des Prognos-Instituts. Gründe seien ein Branchenmix und die fehlende Abhängigkeit von einem großen Industrie-Arbeitgeber. 

Gerade die hohe Beschäftigtenzahl im Dienstleistungssektor mache den Landkreis krisenresistenter. Mehr noch: Nach der Krise würden ländliche Regionen profitieren, weil eine Rückbesinnung auf das Land stattfinde.

Das Prognos-Institut hat während des Lockdowns in 401 Landkreisen untersucht, welche Branchen und Regionen von den Folgen der Coronakrise besonders betroffen sind. Das Ergebnis: Industriestandorte mit großen Arbeitgebern haben derzeit eher das Nachsehen. Besonders stark betroffen sei das verarbeitende Gewerbe, erklärt Studienleiter Tobias Koch und sagt: „Wer schon vor der Krise schlecht aufgestellt war und Liquiditätsprobleme hatte, den trifft es jetzt eher“. Wer gut aufgestellt sei, der erkenne die Nische.

Dr. Lars KleebergWFG Werra-Meißner

Das bestätigt Kleeberg für die Industrie im Werra-Meißner-Kreis. „Autozulieferer mit mehreren Kunden beispielsweise haben mit nur wenig Auftragsrückgängen zu kämpfen.“ Bei Abhängigkeit von nur einem Großkunden könne die Krise härter zuschlagen. „Die Krise wirkt wie ein Brennglas“, sagt Kleeberg. Er geht davon aus, dass zwei bis drei Prozent der Betriebe den Lockdown nicht überstehen werden. Bundesweit wird mit einer Insolvenzquote von 20 Prozent gerechnet. Ein „leichter Stellenabbau“ – insbesondere in der Industrie – sei deshalb auch im Landkreis unausweichlich. Etwa 20 Prozent der Beschäftigten im Kreis, rund 5700 Menschen, arbeiten in diesen Berufsfeldern.

Deutlich mehr, rund 44 Prozent der Arbeitnehmer, sind in krisenfesten Jobs beschäftigt. Dazu zählen Dienstleistungen im Gesundheits- und Sozialwesen oder Verwaltung sowie Einzelhandel, Erziehung und Pädagogik. „Die Beschäftigten, die zurzeit das Alltagsleben aufrechterhalten, haben auch eine herausragende Bedeutung, unsere Volkswirtschaft zu stabilisieren."

In diesen Branchen sind die Arbeitnehmer beschäftigt

Die meisten Beschäftigten im Werra-Meißner-Kreis (rund 7000 oder 25 Prozent) arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen. Danach folgen das verarbeitende Gewerbe (5700, 20 Prozent), der Handel (14,3 Prozent) und das Baugewerbe (7,7 Prozent). Rund 2000 Menschen (6,9 Prozent) arbeiten in der öffentlichen Verwaltung.

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