Reuß: „Zuwanderung kann Bevölkerungsrückgang bremsen“

Werra-Meißner-Kreis profitiert vom Zuzug der Ausländer

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Werra-Meißner. Der Werra-Meißner-Kreis hat im ersten Halbjahr 2014 mehr Zu- als Fortzüge zu verzeichnen. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die die Kreisverwaltung jetzt veröffentlicht hat. Demnach haben zwischen Januar und Juni 2014 genau 2585 Menschen den Kreis verlassen, gezählt wurden aber auch 2772 Einwohner, die sich hier neu angemeldet haben. Den größten Zuwachs hat die Stadt Bad Sooden-Allendorf zu verzeichnen. Die Bevölkerung ist hier um 62 Personen auf jetzt 8334 angewachsen.

Edith Müller, Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Soziales bei der Stadt Bad Sooden-Allendorf, macht Studenten und Asylbewerber für den positiven Trend verantwortlich. Im vergangenen Jahr habe sich eine größere Gruppe junger Chinesen an der Diploma-Hochschule eingeschrieben. „Eine Auflage ist, ihren Erstwohnsitz an den Studienort zu verlegen“, sagt Müller. Und auch die Flüchtlinge spielen in die Statistik rein. Die 33 Plätze in einem ehemaligen Hotel sind voll belegt und die Flüchtlinge gelten als neue Einwohner.

Die Entwicklung in Bad Sooden-Allendorf könnte als Beispiel für den gesamten Kreis dienen, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. „Der Werra-Meißner-Kreis ist auf die Zuwanderung von ausländischen Mitbürgern angewiesen, weil dadurch der Bevölkerungsrückgang, aber auch der Fachkräftemangel gebremst werden kann“, sagt Landrat Stefan Reuß (SPD). Ähnlich sieht es der Bundestagsabgeordnete Michael Roth (SPD). „Der Kreis sollte bunter werden“, sagt der Europaminister und meint damit den Zuzug von Menschen aus anderen Ländern. Voraussetzung dafür sei eine gute Integration.

Die Gesamtbevölkerungszahl schrumpft trotz des positiven Trends dennoch. 100 212 Menschen lebten am Stichtag im Kreis. Grund für den Rückgang ist das ungleiche Verhältnis von Geburten und Sterbefällen.   Seite 4, Zum Tage, Hintergrund

• Die ausführliche Statsitik finden Sie hier

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