Kreis sucht weiter nach Unterkünften

Asylbewerberheim in Bad Sooden-Allendorf Ende des Jahres voll

Alles ist bereit: In die Asylbewerberunterkunft im Hotel Bellevue könnten schon am Dienstag die ersten Flüchtlinge einziehen. Foto: sff

Bad Sooden-Allendorf. Die ersten Flüchtlinge könnten schon am kommenden Dienstag in die neu geschaffene Asylbewerberunterkunft in Bad Sooden-Allendorf einziehen. Das sagte Fachbereichsleiterin Ilona Friedrich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Im Hotel Bellevue an der Ecke Bertram-Schrot-Straße/Balzerbornweg hat der Werra-Meißner-Kreis 33 neue Plätze für Flüchtlinge geschaffen. Man gehe davon aus, dass diese bis Ende des Jahres belegt seien, sagte Friedrich. Der Standort Bad Sooden-Allendorf biete alles, was für die Flüchtlinge zunächst wichtig sei: eine zentrale Lage, gute Nahversorgung und Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und eine gute Ärzteversorgung.

Das ehemalige Hotel bietet zudem wichtige Standards wie einen Gemeinschaftsraum und ausreichend sanitäre Anlagen. Der Vermieter hat als Gegenleistung für einen Fünfjahresvertrag zudem noch mehrere Küchen eingebaut. Ein Hausmeister und eine sozialpädagogische Beratung werden den Asylbewerbern vor Ort Unterstützung bieten.

Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix sagte, man wolle alles für eine gelungene Integration tun. „Der Magistrat sieht dem ganz entspannt entgegen.“ Der Kreis wies auf die gut funktionierende Zusammenarbeit mit Stadt, Kirche, Familienzentrum und Polizei hin.

Kreis sucht weiter nach Asylbewerberunterkünften


Die Zahl der Ayslbewerber im Werra-Meißner-Kreis steigt derweil weiter an. Während das Land Hessen dem Werra-Meißner-Kreis zwischen 2004 und 2011 im Schnitt 50 bis 60 Flüchtlinge zuwies, waren es 2012 108. Für 2013 rechnet Fachdienstleiterin Ilona Friedrich mit 140 bis 150 Asylbewerbern.

„Wegen der stetig ansteigenden Zahlen befinden wir uns immer auf der Suche nach geeigneten Objekten“, sagte Friedrich. Derzeit stehe man mit zwei weiteren Vermietern in Verhandlung. Landrat Stefan Reuß hatte demnach bereits im September alle Bürgermeister des Kreises angeschrieben, mit der Bitte potenzielle Unterkünfte zu melden. „Die Rückmeldung war allerdings sehr dürftig“, sagte Friedrich. Dabei müsse man nach Aussagen des Regierungspräsidiums damit rechnen, dass der Flüchtlingsstrom in naher Zukunft nicht abreiße.

2012 hatten die Kosten für die Flüchtlingsunterbringung im Kreis über eine Million Euro gekostet. Davon trug der Kreis 651 000 Euro, das Land Hessen steuerte 411 000 Euro bei. „Die Kosten sind vor allem das, was die Asylbewerber für ihren Lebensunterhalt bekommen“, sagte Friedrich.

Von Lasse Deppe

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