Kreis weist Berichterstattung des hr zurück: Zehn-Minuten-Regel wird erfüllt

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Eschwege. Wer im Werra-Meißner-Kreis einen Notruf absetzt, bekommt in annähernd 100 Prozent der Fälle innerhalb von 15 Minuten Hilfe. Auch die Vorgabe vom Land Hessen, dass bei 90 Prozent der Einsätze die Retter innerhalb von zehn Minuten vor Ort sein müssen, wird seit 2009 im Kreis erreicht.

Anders hieß es vor wenigen Tagen in einem Radiobericht des Hessischen Rundfunks: Laut den Angaben der Moderatoren von hr-Info sollten nur in 70 bis 80 Prozent der Fälle die Rettungskräfte innerhalb der Zehn-Minuten-Frist am Einsatzort sein, der Werra-Meißner-Kreis damit hessenweit sehr schlecht abschneiden. Kreissprecher Jörg Klinge erklärt diese Informationsdiskrepanz: „Der hr hat einfach die Rohdaten verwendet“, sagt er. Erfasst würden alle Fahrzeiten der Rettungswagen, eben auch Fehlfahrten und Krankentransporte. „Rechnet man diese Fehlzeiten heraus, dann kommen wir seit 2009 auf 90 Prozent“, sagt Klinge.

Vor allem in den 2000er-Jahren hat es einen guten Sprung nach oben gegeben, was laut Klinge mit den Umstrukturierungsmaßnahmen im Rettungswesen zusammenhängt: 2002 wurde das dritte Notarztsystem des Kreises in Hessisch Lichtenau eingerichtet, 2004 die Rettungswachen in Altefeld und Großalmerode von Tag- auf 24-Stunden-Schicht ausgeweitet, in Eschwege wurde ein vierter Rettungswagen angeschafft und die Rettungswache Sontra von der Kernstadt ins verkehrsgünstigere Wichmannshausen verlegt, 2006 wurde dann die 24-Stunden-Wache in Waldkappel neu eingerichtet.

Insgesamt gibt es in Hessisch Lichtenau, Eschwege und Witzenhausen einen Notarzt mit eigenem Wagen und insgesamt 14 Rettungswagen verteilt auf die acht Rettungsstationen von Witzenhausen bis Altefeld. Der Landkreis steht mit diesen Zahlen sehr gut da. Zum Vergleich: In Thüringen müssen die Retter in 95 Prozent der Fälle innerhalb von 14 Minuten vor Ort sein und in ländlichen Gebieten in 17 Minuten. „Da würden wir als ländlicher Kreis auch drunter fallen, wir müssen uns also wirklich nicht verstecken“, sagt Klinge. (dir)

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