Besserer Schutz für Weidetiere gefordert 

Kreisbauernverband: Wolf gefährdet Weidetierhaltung

Kreisbauernverband: Wolf gefährdet Weidetierhaltung
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Kreisbauernverband: Wolf gefährdet Weidetierhaltung

Der Kreisbauernverband Werra-Meißner fordert, den Schutz der Weidetiere vor dem der Wölfe zu stellen. Die Weidetierhaltung stehe vor großen Problemen.  

Der Kreisbauernverband Werra-Meißner sieht die Weidetierhaltung im Landkreis in Gefahr und mit ihr die wertvollen Naturschutzflächen in der Region. Grund dafür sind die häufigen Wolfssichtungen und Risse von Nutztieren. Über 73 Wolfsrudel, einige Paare und zahlreiche Einzeltiere leben laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema

Wolf in Deutschland.

Mit steigender Wolfszahl erhöhen sich die Schäden

 „Die Weidetierhaltung unserer Landwirte wird vor große Probleme gestellt. Mit steigender Wolfszahl erhöhten sich auch die Schäden“, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Durch seinen Schutzstatus könne sich der Wolf nahezu ungehindert ausbreiten, mit fatalen Folgen für die heimische Tierhaltung.

Wolfsangriff versetzt ganze Herde in Panik 

Der Angriff eines Wolfes versetze eine ganze Herde in Panik. Das bliebe nicht ohne Folgen für die anderen Tiere. Zusätzlich zum Verlust der gerissenen Tiere komme es durch den Stress bei tragenden Tieren zu Fehlgeburten.

Weidetiere brauchen artgerechte Haltung 

„Es muss möglich sein, unseren Tieren auch weiterhin eine artgerechte Weidehaltung bieten zu können“, ergänzt Torsten Möller, erster Vorsitzender des Kreisbauernverbands und selbst Halter einer Mutterkuhherde. Zurzeit habe er viele schlaflose Nächte aus Sorge um seine Rinder.

Schadenersatz für Risse sehr gering 

Doch wenn ein Weidetierriss passiere, dann sei der Schadensersatz für ein verendetes Tier sehr gering. Deshalb fordert der Kreisbauernverband, dass diese Schäden, einschließlich möglicher Folgekosten, unbürokratisch erstattet werden und der Ertragsausfall mitberechnet wird. Auch die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen muss einschließlich der Arbeitszeit entschädigt werden.

Wolfssichere Einzäunung nicht überall möglich

Eine „wolfssichere“ Einzäunung sei, sofern es die tatsächlich gäbe, nicht auf jeder Fläche umzusetzen. „31 Euro Zuschuss je Hektar ermöglichen kaum, einen wolfssicheren Zaun zu bauen.“ Torsten Möller ergänzt dazu: „Entlang unserer Flächen stehen rund 20 Kilometer Zaun guter fachlicher Praxis. Die Umrüstung auf einen wolfssicheren Zaun läge in sechsstelliger Höhe. Das ist nicht umsetzbar.“

Herdenschutzhunde sind in touristischer Region keine Lösung 

Ebenso ist der Einsatz von Herdenschutzhunden als Alternative sehr teuer und bringt eine weitere Schwierigkeit mit sich: Ein Herdenschutzhund hat die Aufgabe, die Herde vor jeglicher Gefahr zu schützen, auch vor Spaziergängern oder Hunden. In einem Landkreis, der vom Tourismus profitiert, sei es fraglich, ob Herdenschutzhunde das richtige Konzept zum Schutz vor Wölfen sind.

Deshalb fordert der Kreisbauernverband, dass der Schutz der Weidetierhaltung vor dem Schutz des Wolfes stehen muss. „Wie sonst sollen Grünland und Naturschutzflächen nachhaltig erhalten werden, wenn nicht durch Beweidung?“, fragt sich Uwe Roth.

Wiederansiedlung des Wolfes nicht uneingeschränkt vorantreiben

Die Wiederansiedelung des Wolfs dürfe deshalb nicht uneingeschränkt vorangetrieben werden. „Die Belange der Weidetierhaltung, aber auch deren gesellschaftlichen Leistungen im Naturschutz und in der Landschaftspflege müssen angemessen berücksichtigt werden“, fordert Roth.(ce)

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