An der Anne-Frank-Schule nehmen über 100 Schüler freiwillig am Ostercamp teil

So kriegt man die Ferien rum

Bianca Loof (li.) vom Projektbüro im Kultusministerium hat eine kleine Aufmerksamkeit für die Schüler mitgebracht. Hinten Bertold Diegel, von Anfang an bei dem Projekt als Organisator dabei, und seine Kollegin Daniela Rosenbaum, die ihn dabei unterstützt. Foto: Mayer

Eschwege. Ostercamp ist kein Zeltlager, sondern Unterricht in den Ferien. Und das freiwillig für die Schüler, die sich im Hinblick auf die Abschlussprüfung 10. Klasse Realschule und 9. Klasse Hauptschule an der Anne-Frank-Schule (AFS) in den Prüfungsfächern Deutsch, Englisch und Mathematik verbessern wollen. Das Angebot gebe es zum siebten Mal und jedes Jahr würden es mehr Teilnehmer, erzählt Bertold „Kalle“ Diegel, der das vom Kultusministerium finanzierte Projekt von Anfang an betreut.

2800 Schüler an 50 hessischen Schulen sind dieses Jahr dabei, die AFS hat mit über hundert Schülern erneut landesweit die Nase vorn. Grund genug für Bianca Loof aus dem Projektbüro im Kultusministerium, der AFS gestern einen Besuch abzustatten. Sie war voll des Lobes über den Erfolg des Ostercamps, nahm Erfahrungen und Anregungen mit nach Wiesbaden.

Zum Beispiel, dass erstmals zehn Schüler aus der Pestalozzischule mitmachen und sich auf den Hauptschulabschluss an der AFS vorbereiten. Neu ist auch DaZ, Deutsch als zweite Sprache, für die unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen aus der Unterkunft in der Hindenlangstraße.

Das Erfolgsrezept sei die Freiwilligkeit und wenn schon in den Ferien, dann gehe das nur auf ganz lockere Art, sagt Bertold Diegel, der keine gesonderte Honorierung für sein Engagement erhält. Kollegin Rosenbaum, die ihn wegen Krankheit in der Vorbereitung vertreten hat, wurde eine zeitliche Entlastung im normalen Unterricht gewährt. So bewegen sich die Kosten bei etwa 5000 Euro, nur für das Frühstück zahlen die Schüler einmalig fünf Euro.

Damit beginnt um 9 Uhr der Camp-Tag, vier waren es in der ersten, drei in der zweiten Ferienwoche. Blöcke werden gewählt, sechs Gruppen gebildet. „Auch wer besser als Note Vier steht, darf dabei sein“, erklärt Daniela Rosenbaum. Die besseren Schüler werden als Hilfskräfte der zwei Lehrer und acht Studenten eingesetzt, die Studenten rekrutieren sich aus ehemaligen Praktikanten.

Die Schüler kostet das Ostercamp nichts außer ihre Ferien, sie sparen Nachhilfekosten. An dem Erfolgsmodell nehmen an der AFS 75 Prozent der Abschlussschüler teil. (hm)

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