Kriminalität im Netz: Betrüger buchen Geld von fremden Konten ab

Eschwege – Die Polizei in Eschwege warnt vor Betrügern, die sich fremder Konten bedienen.

In den vergangenen Tagen seien bei der Polizeidirektion Werra-Meißner in Eschwege mehrere Anzeigen erstattet worden, wonach mit ausgespähten Daten missbräuchlich vom Konto der Geschädigten Geld überwiesen wurde. Als Verwendungszweck ist immer eine Fahrt (Fahrkarte) für Flix-Bus-Fahrten angegeben.

Nachdem die Geschädigten der Lastschrift widersprachen, folgte eine erste Mahnung seitens „Rate Pay Gmbh“. Aktuell wurde gestern ein weiteres Mahnschreiben (Rate Pay) postalisch übersandt, mit der Aufforderung 56,70 Euro samt Mahngebühren für entsprechende Leistungen zu überweisen. In diesem konkreten Fall soll die Fahrt mit Flix-Bus am 9. Januar stattgefunden haben, wo die Geschädigte definitiv im Ausland weilte. Auch eine vorausgegangene angebliche „Zahlungserinnerung“ hat es nie gegeben.

Daher ermittelt die Eschweger Kripo in diesem Zusammenhang in allen Fällen wegen Ausspähen von Daten und "Leistungskreditbetruges". Dazu der Polizeisprecher: „Für die Polizei sowie die Verbraucherzentralen ist diese Form des Betruges nichts Neues und zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, mit persönliche Daten verantwortungsvoll umzugehen.“ Die Polizei rät daher, auch Strafanzeige zu erstatten, sofern unberechtigte Kontoverfügungen getroffen wurden und der Verdacht auf einen Missbrauch der persönlichen Daten vorliegt.

Als seriöse Bank oder Firma getarnt, schöpfen Betrüger Passwörter, Kreditkarten- und Kontoinformationen oder PIN beziehungsweise TAN für das Online-Banking ab.

Die Polizei rät:

- Überprüfen Sie Ihre Nachrichten mit dem Drei-Sekunden-Sicherheits-Check: Achten Sie auf Absender, Betreff und Anhänge und ob diese Ihnen plausibel erscheinen.

- Nutzen Sie einen Anti-Viren-Scanner, um mögliche Schadprogramme zu entfernen.

- Führen Sie Updates immer automatisch durch.

- Nutzen Sie starke Passwörter, vor allem für Zugänge zu Kunden-Accounts bei Banken, Online-Shops, sozialen Medien und für E-Mail-Postfächer.

- Passwortmanager können eine hilfreiche Unterstützung sein.

Wenn sensible Daten öffentlich gemacht oder für andere Zwecke missbraucht wurden, müssen die Betroffenen umgehend reagieren:

- Überprüfen Sie, von welchen Konten Ihre Daten abgegriffen wurden.

- Setzen Sie die Konten zurück und wählen Sie starke Passwörter. Beginnend mit den Accounts, die für das Zurücksetzen von Passwörtern in anderen Anwendungen notwendig sind (z.B. E-Mail-Konten).

- In einem zweiten Schritt setzen Sie Online-Profile wie Facebook zurück, weil Sie sich mit diesem Account bei anderen Diensten anmelden können.

Opfer von Cybercrime sollten jede Straftat bei der Polizei anzeigen. Eine Strafanzeige kann bei jeder Polizeidienststelle erstattet werden. Existierendes Datenmaterial wie E-Mails, Chat-Verläufe in Messenger-Diensten, digitale Fotos oder Videos sind wichtige Beweismittel, die Sie bis zum ersten Kontakt mit der Polizei komplett unverändert lassen sollten.  red

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