Krise trifft Brauereien hart - starke Umsatzeinbrüche bei Fassbier

Absatz von Flaschenbier steigt, macht aber Einbrüche beim fassbier nicht wett.
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Absatz von Flaschenbier steigt, macht aber Einbrüche beim Fassbier nicht wett.

Keine Heimatfeste, keine Kirmessen - das trifft die Bierbranche hart. Obwohl mehr Flaschenbier verkauft wird, kann das den Absatz an Fassbier nicht wettmachen.

Eschwege. Durch die generelle Absage von Großveranstaltungen bis zum 31. August sind insbesondere die deutschen Brauereien stark betroffen. Die Sanktionen treffen auch die Eschweger Klosterbrauerei, größter Bierproduzent der Region. Der Absatz von Fassbier ist komplett eingebrochen. „Wir haben aktuell eine positive Entwicklung im Flaschenbierbereich, allerdings kann dies die Fassbier-Rückgänge nicht kompensieren“, sagt Unternehmenssprecherin Tanja Beck. Seit April hat das Unternehmen mit fast 40 Mitarbeitern Kurzarbeit angemeldet.

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Fassbier wird im Moment überhaupt nicht abgefüllt. „Es fehlen die Anlässe“, sagt Beck. Durch die Gaststättenschließungen, Veranstaltungsverbote und Kontaktbeschränkungen sei der Absatz von Fassbier weggefallen. „Genauso hart trifft uns die Absage der Volksfeste“, sagt Beck. Die großen Traditionsfeste wie Kirmessen, Erntefest, Heimatfeste, Johannisfest, das Brauereifest, 1. Mai-Veranstaltungen und Himmelfahrt fehlen beim Umsatz. Entsprechend weniger Bier wird Braumeister Christian Flender mit seinem Team in den nächsten Wochen produzieren.

Anstieg beim Absatz von Flaschenbier

Erfreulich sei der deutliche Anstieg beim Absatz von Flaschenbier. „Die Kunden honorieren unsere Funktion als regionaler Produzent“, sagt Henrik Stelzner, Prokurist der Eschweger Klosterbrauerei. In der Coronakrise habe ein noch stärkeres Umdenken hin zu mehr Regionalität stattgefunden. Heimische Händler platzierten das Flaschenbier attraktiv. Die Nachfrage kann die Klosterbrauerei stillen. Für das Osterfest waren die Lager bereits gut gefüllt. Die Auslieferer wurden in unterschiedliche Teams aufgeteilt, damit der Nachschub gewährleistet ist.

Kostproben ins Haus bei Schinkel

Kreativ in der Krise ist die Witzenhäuser Brauerei Schinkel geworden. Die erste Bio-Brauerei Hessens hat eine Bier-Hotline und einen Lieferservice eingerichtet. An fünf Tagen die Woche kann man Bier auch abholen und kontaktlos bezahlen. Außerdem werden Bierproben ins Haus geliefert. Am Freitag wird eine Online-Verköstigung angeboten, bei der Brauer Fabio Schinkel und Biersommelier Sarah Schinkel die unterschiedlichen Sorten erklären.

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