So ist die Krisenlage bei den Partnern der Kreisstadt Eschwege: Klar Schiff auf dem Tender Werra

Der Familientag auf der Tender Werra in Kiel im Jahr 2018: Auf der Brücke zu sehen ist hier unter anderem Korvettenkapitän Robert Lehmann (zweiter von links). ARCHIVFoto: MARKUS CLAUS

Wir wollten wissen, wie die Lage in den Partnerstädten Eschweges ist und haben uns nach der Situation erkundigt. Auch die Besatzung des Tender Werra berichtet, wie es an Bord läuft.

Die Kreisstadt Eschwege pflegt Partnerschaften zu den Städten Mühlhausen (Thüringen), Regen (Bayern) und Saint-Mandé (Frankreich) und ist Pate des Schiffes Tender Werra der Bundesmarine. Wir haben uns umgehört, wie die Corona-Pandemie deren Alltag prägt.

Tender Werra

Laut Korvettenkapitän Robert Lehmann ist die Besatzung bei bester Gesundheit. Als die ersten Fälle in Deutschland aufgetreten seien, hätte man sofort weitreichende Schutzvorkehrungen getroffen. Aktuell seien zum Beispiel nur einige Soldaten an Bord, um vor allem die technische Einsatzfähigkeit weiter zu gewährleisten. Der Großteil der Besatzung befinde sich zu Hause in Bereitschaft und halte sich an die Kontaktbeschränkungen.

Die Mannschaft bestünde zur Hälfte aus Soldaten aus Kiel und Umgebung, die andere Hälfte sei aber über ganz Deutschland verteilt. „Aus vielen Gesprächen mit der Besatzung kann ich versichern, dass die Stimmung gut ist und wir alle hoffen, dass sich so wenig Mitbürger wie möglich anstecken“, so der Kapitän.

Gegenseitige Besuche seien für den Sommer und Dezember geplant. Aktuell könne man aber nicht absehen, wie sich die Situation in den nächsten Monaten entwickele. „Wir alle hoffen aber inständig, uns bei bester Gesundheit bald wiederzusehen“, sagt Kapitän Lehmann.

Saint-Mandé

In Frankreich gilt seit dem 17. März eine Ausgangssperre, die jüngst bis zum 11. Mai verlängert wurde. Danach sollen das öffentliche Leben und die Wirtschaft langsam wieder hochgefahren werden. Dasselbe gilt auch für die Eschweger Partnergemeinde bei Paris.

In einer Mitteilung an die Bürger bat Bürgermeister Patrick Beaudoin alle im Gesundheitswesen tätigen Bürger zur freiwilligen Unterstützung ihrer Kollegen bei der Eindämmung der Pandemie. Er dankte im Voraus für die Einhaltung der Vorschriften und wünschte Mut in diesen schwierigen Zeiten.

Mühlhausen

„So bedrückt haben die meisten Mühlhäuser wohl noch nie die eigentlich schönen ersten Frühlingswochen erlebt“, sagt der Oberbürgermeister der thüringischen Stadt, Dr. Johannes Bruns.

Geschlossene Geschäfte, abgesagte Veranstaltungen, menschenleere Straßen – das öffentliche Leben in Mühlhausen sei massiv verändert. Er sei froh, dass sich die Bürger an die Regeln hielten. „Mühlhausen ist eine solidarische Stadt und steht zusammen“ , sagt Bruns. Gegenseitige Besuche zum Eschweger Johannisfest und der Mühlhäuser Kirmes seien als alljährliche feste Punkte im Terminkalender beider Städte gesetzt – das Johannisfest wurde bereits wegen der Coronakrise abgesagt.

Im benachbarten thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis gibt es derzeit 75 nachgewiesene Menschen mit einer Corona-Infektion. Es sind zwei Tote zu beklagen. 54 Menschen gelten bislang als genesen (Stand 29. April).

Regen

1997 besiegelten die beiden Städte ihre jahrzehntelange Verbundenheit offiziell. Die jährlichen Treffen zum Johannisfest und Pichelsteinfest in Niederbayern wurden für dieses Jahr bereits abgesagt. Auch im Bayerischen Wald gelten die Corona-Kontaktbeschränkungen.

Im Gebiet der Polizeiinspektion Regen halten sich die Ordnungswidrigkeit hinsichtlich des Kontaktverbotes bislang in Grenzen. Stand 29. April sind im Landkreis Regen 161 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es gibt zwei Tote, 72 Menschen gelten als genesen.

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