Kunden geprellt: Handwerker zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Statue Justitia - Weniger Verfahren vor Gerichten

Eschwege. Wegen gewerbsmäßigen Betruges in acht Fällen und unter Einbeziehung zweier Strafbefehle hat das Schöffengericht in Eschwege einen 37 Jahre alten Handwerker aus dem Werra-Meißner-Kreis zu zwei Freiheitsstrafen von 20 und sieben Monaten verurteilt. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt, die drei Jahre dauert.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vorgeworfen, für maßgefertigte sanitäre Einrichtungen von seinen Kunden Vorkasse verlangt und kassiert, die verabredete Leistung aber nicht oder unvollständig erbracht zu haben. Weil er bereits bei der Auftragsannahme gewusst haben soll, dass er die Leistung nicht würde erbringen können, habe er in Betrugsabsicht gehandelt. Dabei sei ein Schaden von rund 40 000 Euro entstanden. Die Strafforderung des Staatsanwaltes: zwei Jahre, ausgesetzt zur Bewährung. Verteidigerin Desirée Schreiber hatte Freispruch für ihren Mandanten gefordert. Die Vorwürfe gegen den 37-Jährigen seien mehr zivilrechtlicher Natur, aber kein strafrechtlich relevantes Verhalten. Das sah das Gericht anders und verurteilte den Mann. Auflage: Schadenswiedergutmachung. Gleichwohl stellte Richter Dr. Wachter fest: „Die Gläubiger werden sich von der Hoffnung verabschieden müssen, jemals einen namhaften Betrag zu sehen.“ Der Mann hat inzwischen Privatinsolvenz angemeldet. Der Betrieb wird von seiner Ehefrau geführt – nach Angaben des 37-Jährigen ohne nennenswerten Erfolg. Ebenfalls wegen Betrugs wurden in der Vergangenheit bereits jeweils zwei Strafbefehle von den Amtsgerichten Mühlhausen und Eschwege über zusammengefasst 125 beziehungsweise 230 Tagessätze ausgesprochen. Darüber hinaus liegen fast 40 Zwangsvollstreckungsaufträge mit Forderungen von mehr als 130 000 Euro vor. Vor Gericht schilderte ein Ehepaar aus Bayreuth, wie es von dem Handwerker betrogen wurde.

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