Im Keller der Volkshochschule gibt es eine Keramikwerkstatt – Ausstellung beginnt am Freitag

Kunst wie in der Bronzezeit

Von der Malerei zur Keramikkunst: Früher hat Ingrid Sucher viel gemalt, inzwischen widmet sie sich verstärkt der Arbeit mit Ton. Ab heute sind Werke von ihr und anderen Künstlern in einer Ausstellung zu sehen. Fotos: Deppe

Eschwege. Die Technik hat sich seit der Bronzezeit kaum verändert. Lediglich eine elektrische Drehscheibe und ein Elektroofen erleichtern und verändern das Handwerk. Beides gibt es in der Keramikwerkstatt im Keller der Volkshochschule.

Unterschiedliche Verarbeitung: Die linke Tonfigur ist noch ungebrannt. Die Figur in der Mitte ist glasiert, die rechts wurde mit Rauchbrand gefestigt, der für die charakteristische Färbung sorgt.

Früher habe es schon viele Angebote für Keramikkunst gegeben, sagt Dr. Marion Feld, Fachbereichsleiterin, doch da hätten die meist noch in Schulen stattgefunden. Erst mit dem Einzug in das jetzige Gebäude 2004 wurde die Werkstatt eingerichtet, seit 2009 gibt es wieder regelmäßig Kurse. Momentan ist das Atelier aber nur einmal wöchentlich geöffnet. Jeden Mittwoch ab 17 Uhr steht es Künstlern zur freien Verfügung. Dort hat sich ein kleines Netzwerk mit „Infizierten“ gebildet, wie Feld die Menschen nennt, die dort regelmäßig arbeiten. Keramikfans aller Altersgruppen nahmen bisher laut Feld an den Kursen teil, „ab und an auch mal ein paar Herren“.

Bei der Keramikkunst gibt es viele verschiedene Wege zum Ziel. Je nachdem, ob man lieber Skulpturen oder Gefäße herstellen möchte, wird der Grundstoff Ton mit den Händen oder mithilfe einer Töpferscheibe geformt und bearbeitet. Nach einer kurzen Trockenzeit folgt dann der erste Brennvorgang, das sogenannte Schühren. Danach kann der gebrannte Gegenstand noch glasiert werden, bevor ein zweites Mal gebrannt wird, bei mindestens 1050 Grad Celsius. Unterschiedliche Brennarten, wie beispielsweise der Holzbrand oder das Brennen über dem offenen Feuer, sorgen für unterschiedlich Färbungen und Oberflächenstrukturen.

Nutzer der Keramikwerkstatt und die Künstlerin Caroline Bohlmann zeigen ab dem heutigen Freitag, 18 Uhr, Gefäße und Plastiken in der Keramikwerkstatt im Keller der Volkshochschule und im Atelier Bohlmann, Neuer Steinweg 9. Ab kommenden Montag kann die Ausstellung bis Freitag, 29. November, auf Anfrage besichtigt werden. Telefonische Absprache bei der VHS unter 0 56 51/7 42 90 oder bei Caroline Bohlmann unter 01 77/1 72 21 76.

Am Samstag, 9. November und Sonntag, 10. November, jeweils von 10 bis 18 Uhr findet ein offenes Werkstattwochenende statt.

Von Lasse Deppe

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