Ausbildung Werra-Meißner

Kurzarbeit ist für Azubis ein Risiko - Ausschluss von Abschlussprüfung kann drohen

Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld.
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Kurzarbeit ist für Azubis ein Risiko - Ausschluss von Abschlussprüfung kann drohen  

Von Kurzarbeit können auch Auszubildende betroffen sein. Erlaubt ist das. Auswirken kann sich das im Härtefall auch auf die Abschlussprüfungen.

Werra-Meißner – Auszubildende im Werra-Meißner-Kreis sind von Kurzarbeit betroffen, auch wenn es das letzte Mittel sein sollte. Das bestätigt Cornelia Harberg von der Arbeitsagentur im Werra-Meißner-Kreis. Wer als Lehrling zu viel Ausbildungszeit verpasst, riskiert einen Ausschluss von der Abschlussprüfung, sagt Andreas Kampmann, Geschäftsführer der für den Kreis zuständigen Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Vor Corona hätten Betriebe ihre Auszubildenden in den seltensten Fällen in die Kurzarbeit geschickt, um das Ausbildungsziel nicht zu gefährden, sagt Harberg. Aber „auch Auszubildende gehören grundsätzlich zum Personenkreis, der die persönlichen Voraussetzungen zum Kurzarbeitergeld-Bezug beschreibt“, erklärt Harberg.

Nun in der Pandemie treffe es daher auch die Lehrlinge. Besonders in vom Lockdown betroffenen Branchen würde in diesem Jahr davon Gebrauch gemacht werden. Zahlen lägen jedoch nicht vor, so Harberg: „Eine eigene Auswertung darüber gibt es nicht.“

Kurzarbeit kann besonders dann zum Problem werden, wenn Auszubildende zehn Prozent und mehr der Ausbildungszeit verpassen, sagt Andreas Kampmann. Dann könnten sie unter Umständen nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werden. Dem soll das Bundes-Programm „Ausbildungsplätze sichern“ vorbeugen.

Neben Prämien für den Erhalt und die Schaffung von Ausbildungsplätzen können Betriebe bei der Arbeitsagentur auch Geld für die Übernahme von Auszubildenden aus insolventen Betrieben bekommen sowie Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung beantragen. Die Prämie für jeden neuen Lehrling liegt bei 2000 Euro, wenn sie die Zahl der Auszubildenden im Schnitt der vergangenen drei Jahre halten, und 3000 Euro, wenn sie darüber liegen.

Das kann reizvoll für Unternehmen sein, bestätigt Andreas Schönebeck, Ausbildungsberater der Handwerkskammer Kassel. Weil das Geld erst nach der Probezeit ausgezahlt wird, ist die Zahl der Betriebe, die davon profitieren noch nicht bekannt. Der Bund hat laut Deutscher Presseagentur 500 Millionen Euro für das Ausbildungspaket veranschlagt.  (jes/mai)

Von Kurzarbeit und Arbeitsausfall betroffene Lehrlinge haben einen sechswöchigen Anspruch auf Fortzahlung der Ausbildungsbezüge, sagt Cornelia Harberg, Arbeitsagentur Werra-Meißner. Erst dann käme laut Berufsbildungsgesetz (Paragraf 19 Abs.1 Nr. 2) der Bezug von Kurzarbeitergeld in Frage. Bei Insolvenz bedingtem Wechsel erhalten Betriebe, die Auszubildende bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen, eine Prämie. (mai)

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