Zehn Jahre nach Orkan ziehen Forstämter Bilanz

Kyrill: Hoher Holzpreis fängt Verluste auf

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Werra-Meißner. Der Orkan „Kyrill“, der vor genau zehn Jahren die Wälder im Werra-Meißner-Kreis verwüstete, hat den Forstämtern weniger wirtschaftliche Einbußen beschert als befürchtet. Wie sich die Lage weiterentwickelt, ist aber offen.

Allein im Forstamtsbezirk Hessisch Lichtenau ließ „Kyrill“ in einer Nacht die dreifache Menge an Bäumen umstürzen, die normalerweise in einem Jahr gefällt wurde: 360 000 Kubikmeter Holz. Im vom Forstamtsbezirk Wehretal betreuten Gebiet waren es 80 000 Kubikmeter Holz. Trotz des großen Angebots auf dem Markt sei der Holzpreis nicht so stark eingebrochen, wie es sonst nach großen Stürmen üblich sei, berichtet Matthias Dumm, Leiter des Forstamtes Hessisch Lichtenau. Der Grund: 2007 und 2008 gab es eine große Nachfrage nach Holz. Innerhalb von einem Jahr transportierten Dumms Mitarbeiter alle umgestürzten Bäume ab, viele wurden ins Ausland verkauft. „Natürlich haben wir nach Kyrill unsere Ertragsziele angepasst“, sagt Dumm. Trotzdem habe es das Forstamt Hessisch Lichtenau weiterhin stets geschafft, einen Überschuss zu erwirtschaften.

Die Ausnahme: Die Jahre 2009 und 2010. Mit der Finanzkrise brach die Nachfrage ein, gleichzeitig konnten die Forstwirte weniger Bäume fällen und verkaufen, weil Kyrill und weitere Stürme dem Wald schon so große Schäden zugefügt hatten. Zugleich musste das Pflanzen von Bäumen auf den Windwurfflächen weitergehen.

Wie viel Ertrag der Wald langfristig bringt, bleibe abzuwarten, sagt Dumm. Eine Inventur soll in diesem Jahr ermitteln, wie sich der Wald seit Kyrill entwickelt hat. Danach werden die neuen wirtschaftlichen Ziele für den Staatsforst festgelegt. Im Bezirk des Wehretaler Forstamtes ist die Aufforstung 2014 abgeschlossen worden, die Kulturen sind alle gesichert worden, sagt Dietrich Bräuer, Bereichsleiter Dienstleistungen und Hoheit.

 

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