Unmoderne Geschäftsflächen in Eschwege sind kaum vermietbar

Leerstand in der Forstgasse: Läden fehlt die Qualität

Steht seit Jahren leer: So wie dieses ehemalige Geschäft, gibt es an der Forstgasse mehrere Läden, die leerstehen. Zwei Geschäfte stehen zur Vermietung, zwei weitere sind schon gar nicht mehr auf dem Markt. Foto: Kiele

Eschwege. Die Telekom sucht größere Geschäftsräumen in Eschwege, will aber unbedingt am Stad bleiben. In dieser Eins-a-Lage sind freie Ladenflächen rar. Vermutlich wird das Telekommunikationsunternehmen in den momentan einzigen Leerstand umziehen. Der ist im Woolworth-Gebäude.

„Ausgerechnet der Eckladen steht leer“, ärgert sich Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad und spricht von einer „unguten Signalwirkung“ am Eingang zu Eschweges Fußgängerzone. Die Verhandlungen zwischen dem Woolworth-Eigentümer und der Telekom über die 340 Quadratmeter große Fläche laufen. Vermietet sind die übrigen Räumlichkeiten. Nach Abschluss der Bauarbeiten ziehen die Filialisten Kik und Tedi in die 1500 beziehungsweise 700 Quadratmeter großen Ladengeschäfte im ersten Obergeschoss ein.

Spätestens im Sommer sollen nach Angaben Conrads auch die 110 Stellplätze auf dem Parkdeck wieder zur Verfügung stehen. Deutlich ungünstiger als am Stad ist die Situation entlang der Forstgasse. Hier stehen zwei Ladengeschäfte zur Vermietung, zwei weitere Leerstände sind schon gar nicht mehr auf dem Markt, weil sie kaum vermietbar sind.

Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad spricht von einem „strukturellen Problem“. Die Ladenflächen an der Forstgasse bedürfen einer umfassenden Modernisierung, um wieder attraktiv für den Einzelhandel zu sein. Und das kostet viel Geld, das Eigentümer nicht aufbringen können oder nicht investieren wollen. „Wir werden darüber reden, ob die Projektentwicklungsgesellschaft etwas tun kann“, kündigt Conrad an. Heute tagt der Aufsichtsrat.

Die städtische Gesellschaft hat bereits das frühere Herti-Haus saniert und als Schlossgalerie entwickelt. Inzwischen wurde das Gebäude weiterverkauft. Für ein mögliches Engagement an der Forstgasse kann sich Wirtschaftsförderer Conrad unterschiedliche Modelle vorstellen. „Wir brauchen einen, der beginnt“, sagt er und macht deutlich, dass das auch die städtische Projektentwicklungsgesellschaft sein könnte.

„Möglich wäre die reine Entwicklung eines Projektes, das ein anderer Investor dann umsetzt, aber auch mehr“, so Conrad. Die Gesellschaft investiere in die Sanierung und verkaufe das modernisierte Objekt anschließend. Conrad sieht die Forstgasse in enger Verbindung zum Nikolaiplatz und hier auch den planerischen Ansatz.

Weitere Defizite sieht Conrad in Brückenhausen und in den Wohngebieten zwischen Neustadt und Marktplatz. Die Wohnqualität in der Altstadt müsse deutlich verbessert werden, sagt er.
Von Harald Sagawe

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