Gute Wasserqualität 2027 - aber erst ab Höxter

Länder einigen sich auf Salz-Reduzierung in Werra und Weser

Wiesbaden/Kassel. Die sieben Anrainer-Länder von Werra und Weser haben sich auf einen Fahrplan zur Reduzierung der Salzbelastung in den beiden Flüssen geeinigt.

Trotz teilweise weit auseinanderliegender Positionen, was das Tempo der Qualitätsverbesserung oder den umstrittenen Bau einer Abwasserpipeline aus dem osthessischen Kalirevier an der Werra zur Oberweser angeht, beschlossen die Umweltminister aus Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen jetzt den gemeinsamen Entwurf eines Bewirtschaftungsplans bis 2021.

Die Weser soll danach ab 2027 in der Höhe von Höxter zumindest für Chlorid mit 300 mg/l einen Wert erreichen, der dem von der EU geforderten guten ökologischen Zustand entspricht. Um das zu kontrollieren, will Niedersachsen in Boffzen einen Messpegel reaktivieren. Zur Belastung mit Magnesium und Kalium machten die Ministerien in Wiesbaden und Hannover keine Angaben.

Flussaufwärts bleiben die Salzabwasserlasten aus den Fabriken und von den Abraumhalden des Kasseler K+S-Konzerns problematischer: Je näher man Richtung Kalirevier im östlichen Kreis Hersfeld-Rotenburg kommt, desto weiter liegt die Wasserqualität von EU-Vorgaben entfernt – die Länder müssen dafür Ausnahmeregeln in Anspruch nehmen.

Aktualisiert um 13.30 Uhr.

Bisher geplante kleine Verbesserungsschritte werden nach Angaben des hessischen Umweltministeriums sogar zeitlich nach hinten verlegt. Am Pegel Gerstungen sollte nach aktuellen Genehmigungen der zulässigen Chlorid-Grenzwert von derzeit 2500 mg/l bis Ende 2019 auf 1700 mg/l sinken. Das soll nun um zwei weitere Jahre nach hinten verschoben werden. „Dadurch kann die Versenkung reduziert werden“, hieß es im Ministerium auf Anfrage. Die Versenkung in tiefe Gesteinsschichten ist neben der Einleitung in die Flüsse der zweite Entsorgungsweg für Abwässer der Kaliindustrie: Mit Blick auf Grund- und Trinkwasser sollte diese Versenkung erst 2011, dann 2015 enden. Jetzt soll sie in nochmals reduziertem Umfang bis 2021 weitergehen.

Nachdem auf der Sitzung des Weserrats am 26. Februar 2015 bereits der gemeinsame Entwurf des Bewirtschaftungsplans „ohne Salz“ der Flussgebietsgemeinschaft Weser beschlossen wurde, liegt nun auch der Entwurf des Bewirtschaftungsplans „Salz“ vor und die Beteiligung der Öffentlichkeit kann beginnen.

Die Entwürfe sind ab heute auf der Internetseite www.fgg-weser.de verfügbar. Alle Beteiligten und Interessierten können innerhalb von 6 Monaten zu den Vorschlägen Stellung nehmen.

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