100 Dinge, die wir an der Region mögen (69)

Die Uhr an der Wasserkraftanlage Schabe läutete die Essenszeit ein

Herr über die Uhr: Gerhard Fischer von den Stadtwerken kümmert sich gerne um die Uhr in der Wasserkraftanlage Schabe, deren Uhrwerk von 1901 regelmäßig aufgezogen werden muss. Fotos: Rissmann

Eschwege. Beim Bummel über den Stad in der Eschweger Innenstadt kann man schon einmal die Zeit vergessen – wer aber gerade keine Uhr und kein Mobiltelefon dabei hat, ist dennoch nicht aufgeschmissen. Gegenüber des Stades im Stadtteil Brückenhausen prangt eine große Uhr.

Installiert ist das gute Stück in einem ehemaligen Lohgerberhaus, in dem heute die Wasserkraftanlage Schabe untergebracht ist. „Der Name Schabe ist noch ein Überbleibsel aus der Zeit der Lederherstellung, denn hier wurden die Felle abgeschabt“, erklärt Gerhard Fischer von den Stadtwerken. „Das muss hier früher gut gerochen haben“, fügt er schmunzelnd hinzu. Die Stadtwerke Eschwege betreiben die Anlage und kümmern sich um die Uhr. „Etwa jeden dritten Tag muss das Uhrwerk aufgezogen werden“, erklärt Fischer. Er ist seit 44 Jahren bei den Stadtwerken beschäftigt und die Uhr der Firma J. F. Weule aus dem Jahr 1901 liegt im ganz besonders am Herzen.

Früher habe sie um 11 Uhr und um 17 Uhr auch geschlagen, erzählt Fischer. So hätten die Bauern auf den Feldern immer genau gewusst, wann es Zeit ist, sich zum Mittag- und Abendessen aufzumachen. Sein Wunsch ist es, dass Glockenspiel wieder in Gang zu bringen. „Demnächst muss das Dach repariert werden und dann mal sehen, ob man das nicht wieder hinbekommt“, sagt Fischer.

Die Uhr sei den Eschwegern auch wichtig, weiß der 59-Jährige. „Wenn sie mal zu spät aufgezogen wurde und deshalb stehen geblieben ist, bekommen wir gleich Anrufe“, sagt er. Auf seinem Weg zur Arbeit geht er regelmäßig an der Schabe vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. „Dabei werde ich auch oft von Touristen angesprochen, die die Uhr bewundern“, sagt Fischer.

Von Diana Rissmann

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