Bürgermeister sehen Hessenkasse und Kitabeiträge als Herausforderung 

Land stellt Kommunen 2018 große Aufgaben

Werra-Meißner. Das Land Hessen und seine Vorgaben: Die Einführung der Hessenkasse und die Umsetzung der Beitragsfreiheit in den Regelgruppen der Kindertagesstätten sehen die Städte und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis als größte Herausforderung des kommenden Jahres.

Das ergab eine Umfrage unserer Zeitung.

Die Hessenkasse ist die Ergänzung zum bisherigen Schutzschirm. Das Land bietet den Kommunen an, zum 1. Juli ihre bis dahin aufgelaufenen Kassenkredite (das Girokonto der Kommune) vollständig zu übernehmen. Die Kommune trägt dabei weiterhin Zins- und Tilgungsleistungen, im Durchschnitt jedoch nur in einem Drittel der Höhe, die ansonsten fällig wäre (etwa 25 Euro je Einwohner und Jahr). Die restlichen zwei Drittel trägt das Land mithilfe auch von Bundesmitteln. „Wir sind gespannt, wie sich dieses Programm im Detail entwickeln wird“, sagt Andreas Nickel, Vorsitzender der Bürgermeisterkreisversammlung.

Außerdem müssen die Kommunen ab August die Befreiung der Eltern von der Kindergartengebühr von sechs Stunden am Tag für Drei- bis Sechsjährige umsetzen. Rund 136 Euro möchte das Land pro Kind und Monat als Ausgleich an die Kommunen zahlen, damit diese so die wegfallenden Elternbeiträge kompensieren können. Doch das sei nicht überall möglich. In manchen Kommunen zahlen Eltern für sechs Stunden eben mehr als 136 Euro. Die Differenz müssten Städte und Gemeinden übernehmen. In manchen Fällen seien das 44 Euro pro Kind. Außerdem könnte es passieren, dass sich der Bedarf erhöhen wird. „Wir wissen nicht, ob durch die Beitragsfreiheit mehr Eltern das Angebot annehmen“, sagt beispielsweise Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

Mit Meißner und Witzenhausen könnten nach Wanfried außerdem weitere Kommunen den Schutzschirm verlassen.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare