So viele Asylsuchende wie seit 20 Jahren nicht

Landrat Reuß will mehr Asyl-Unterkünfte schaffen

Werra-Meißner. Immer mehr Flüchtlinge suchen Asyl in Hessen. Die Regelkapazitätsgrenze von 430 Menschen wird derzeit um knapp 100 Asylsuchende überschritten. Auch im Werra-Meißner-Kreis machen sich erste Auswirkungen bemerkbar, sagt Landrat Stefan Reuß. Er will nun die Aufnahmekapazitäten erweitern.

In Hessen haben die Zahlen der Flüchtlinge seit der Einführung eines restriktiveren Asylverfahrens im Jahre 1993, einen Höchstwert erreicht, informiert Volker Möser, Leiter von Hessens zentraler Erstaufnahmeunterkunft in Gießen.  Es sind vor allem die aktuelle Krise in Syrien und der hereinbrechende Winter, die laut Möser eine Rolle spielten.

Der große Andrang führe dazu, dass ungenutzte Büroräume in Zimmer umgewandelt werden müssen. Ethnische Besonderheiten könnten laut Möser bei der Unterbringung nur noch begrenzt berücksichtigt werden.

. Die drei Gemeinschaftunterkünfte im Landkreis verfügen insgesamt über 88 Plätze. Darüber hinaus, so Reuß, werden Familien nach Möglichkeit in Privatunterkünfte vermittelt. 2011 habe der Landkreis 64 Flüchtlinge aufgenommen. Im laufenden Jahr sind es bisher 41. Nach noch nicht bestätigten Informationen sollen bis Ende des Jahres noch bis zu 54 weitere Flüchtlinge dem Werra-Meißner-Kreis zugewiesen werden. Allzu drastisch schätzt der Landrat die aktuelle Situation aber nicht ein. Die Tendenz sei seit Jahren steigend. Gemeinsam mit den Kommunen müssen die Aufnahmekapazitäten nun ausgeweitet werden, sagt Reuß.

Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts legt nahe, dass die angehobenen Sozialleistungen für Asylsuchende ein zusätzlicher Grund für die bundesweit steigenden Zahlen sind. Einen Zusammenhang schließt Möser nicht aus. Landrat Reuß ist der Meinung, die Sozialleistungen könnten nicht mit den seit Jahren steigenden Zahlen Asylsuchender in Verbindung gebracht werden. (sjh)

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