Dienstwohnsitz am Wolfsgraben

Landratsvilla steht leer - was passiert nun?

Ein Weg führt zwischen Rasen und Bäumen zu einem Haus.
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Was mit dem offiziellen Dienstwohnsitz des Landrats des Werra-Meißner-Kreises nach dem Tod der letzten Mieterin Helga Höhne passiert, wird noch verwaltungsintern beraten.

Sie ist groß, bietet Platz und hat einen Garten: die Landratsvilla in Eschwege. Doch die Villa steht leer.

Eschwege – Was zukünftig mit dem Dienstsitz des Landrats am Wolfsgraben in Eschwege passieren wird, ist noch nicht entschieden. Das berichtet der Sprecher des Landkreises, Jörg Klinge, auf Anfrage unserer Zeitung.

„Derzeit wird verwaltungsintern geprüft, wie der künftige Verwendungszweck des Wohnhauses im Wolfsgraben 13 aussehen wird“, sagt Klinge. Seit dem Tod von Helga Höhne, der Witwe des 1998 verstorbenen Ex-Landrats Eitel O. Höhne, steht die Villa leer.

Landratsvilla in Eschwege: Verwendungszweck wird geprüft

Nach dem Ausscheiden von Höhne als Landrat im Jahr 1989 wurde ein Anschluss-Mietvertrag mit dem Ehepaar geschlossen, der vom Kreistag einstimmig abgesegnet wurde. Festgelegt wurde, dass der Mietvertrag von unbestimmter Dauer sei.

Derzeit wird verwaltungsintern geprüft, wie der künftige Verwendungszweck des Wohnhauses im Wolfsgraben 13 aussehen wird.

Jörg Klinge, Werra-Meißner-Kreis

Schriftlich wurde festgehalten, dass er bis zum Tod des „längstlebenden der beiden Mieter“ Gültigkeit besitzt. Helga Höhne war am 17. Juni im Alter von 91 Jahren verstorben.

Seit 1960 gab es Überlegungen im Kreistag, für den jeweiligen Landrat ein Dienstwohngebäude zu errichten. „Das zur Verfügungstellen von Dienstwohnungen war zur damaligen Zeit üblich“, erklärt Klinge nach Einsicht der Kreistagsprotokolle.

Neues Wohnhaus: Villa statt Westflügel

Bis zur Errichtung des Gebäudes hatten die jeweiligen Landräte im Westflügel des Landgrafenschlosses Räumlichkeiten zu Wohnzwecken genutzt. Landrat Hansjochen Kubitz (SPD) hatte den Bau des Wohnhauses vorangetrieben.

Kubitz selbst, der 1954 die Wahl zum Landrat nach dem zweiten Wahlgang per Losentscheid gewonnen hatte, kam nicht mehr in den Genuss, in die Dienstvilla einzuziehen. Am 15. Dezember 1960 erlag er den Folgen eines Herzinfarktes, den er im Dienst erlitten hatte.

Am 22. April 1961 stimmte der Kreistag für den Bau. Für rund 100 000 D-Mark wurde das Gebäude noch im gleichen Jahr am Wolfsgraben 13 errichtet.

Villa wurde zur Dienstwohnung

Der im Jahr 1961 zu seinem Nachfolger als Landrat gewählte Eitel O. Höhne hatte das Wohnhaus dann als erster Landrat nach Errichtung bezogen und bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt als Dienstwohngebäude bewohnt und die spätere Vereinbarung getroffen.

Wie es jetzt mit der Immobilie weitergeht, steht noch aus. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, äußerte sich Jörg Klinge zu der Frage, ob das Haus in Zukunft vermietet oder verkauft werden könnte. (Tobias Stück)

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