Landratswahl: Reuß freut sich über "grandioses Ergebnis“

Freude über das gute Abschneiden: Lothar Quanz, SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag (rechts), freut sich mit Landrat Stefan Reuß über das Ergebnis bei der Wahl am Sonntag. Foto: Sagawe

Eschwege. Mit seinem Wahlergebnis vom Sonntag ist Landrat Stefan Reuß (SPD) überaus zufrieden. „Das ist ein für mich grandioses Ergebnis“, hatte der 46-Jährige am späten Abend in einer ersten Stellungnahme gesagt, nachdem feststand, dass er von den Menschen im Werra-Meißner-Kreis für eine dritte Amtszeit gewählt worden ist.

Froh ist Reuß angesichts der für eine Direktwahl relativ hohen Beteiligung, die nicht zuletzt wegen der zeitgleichen Bundestagswahl so ausfiel. „Es ist schon etwas anderes, ob siebzig Prozent wählen oder eben nur vierzig.“ 73,8 Prozent gingen am Sonntag zur Landratswahl. Reuß bekam 83,8 Prozent Ja-Stimmen; ein weiterer Kandidat bewarb sich nicht um das Wählervotum.

Der Kreistag

Im Kreistag „regiert“ Reuß seit vergangenem Jahr mit einer Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Ist das die Traumkonstellation? „Am liebsten hätte ich eine absolute SPD-Mehrheit“, antwortet Reuß, verweist zugleich aber auf eine „sehr sachorientierte“ Zusammenarbeit aller Fraktionen. Dass die FDP neben den Grünen zweiter Partner in der Koalition geworden sei, hänge auch mit den handelnden Personen zusammen. Dass es die Linken nicht wurden, habe die Ursachen darin, dass in wichtigen Fragen deutliche Differenzen bestehen.

Die AfD und die Demokraten

„Ich bin heilfroh, dass die AfD nicht im Kreistag sitzt, bei dem Gemetzel, das gerade stattfindet“, sagt Reuß und gibt sich nachdenklich angesichts des jüngsten Abschneidens der Rechtspopulisten. In einigen Ecken im Kreis seien die mit Erst- und Zweitstimme stark gewählt worden, und mit einem „Nein“ bei der Landratswahl sei deutlich geworden, dass ein Sozialdemokrat nicht gewollt sei. „Alle demokratischen Parteien müssen sich Gedanken machen.“ Auch seine eigene Partei sieht Reuß in der Pflicht: „Unterschiede werden nicht deutlich; wir müssen herausarbeiten, wofür die SPD steht.“

Der LWV und das Sozialgefüge

Der Bestand des Landeswohlfahrtsverbandes in seiner jetzigen Grundstruktur ist für Landrat Reuß Voraussetzung für die Breite und die Qualität bei der Eingliederung behinderter Menschen. Ohne diesen Ausgleich zwischen den Kreisen und kreisfreien Städten würden die Standards in einer „Nehmerregion“ wie dem Werra-Meißner-Kreis zwangsläufig sinken. „Inklusion kostet Geld, aber das muss sie uns als Gesellschaft wert sein.“

Die digitale Zukunft

In der fortschreitenden Digitalisierung sieht Reuß große Chancen für die Verbesserung des Dienstleistungsangebots der Verwaltung, für medizinischen Fortschritt, aber auch für die Ansiedelung von Bundes- und Landesbehörden im Kreis.

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