Großdemo in Berlin

200 Landwirte aus der Region protestieren bei Kundgebung in Berlin

8000 Landwirte aus ganz Deutschland, darunter 200 aus Nordhessen und zahlreiche Bauern aus dem Werra-Meißner-Kreis, protestierten am Dienstag gegen die Agrarpolitik der Bundesrepublik.
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8000 Landwirte aus ganz Deutschland, darunter 200 aus Nordhessen und zahlreiche Bauern aus dem Werra-Meißner-Kreis, protestierten am Dienstag gegen die Agrarpolitik der Bundesrepublik.

8000 Landwirte aus ganz Deutschland, darunter 200 aus Nordhessen und zahlreiche Bauern aus dem Werra-Meißner-Kreis, protestierten am Dienstag gegen die Agrarpolitik der Bundesrepublik.

Zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor auf der Straße des 17. Juni im Berliner Stadtbezirk Tiergarten ging am Dienstag nichts mehr. Die Landwirte nahmen mit einigen Hundert Traktoren die sechsspurige Magistrale ein, um gegen die aktuelle Agrarpolitik der Bundesrepublik zu demonstrieren.

Bei Weitem nicht alle Landwirte hatten es bis gestern 12 Uhr in Berlins Innenstadt geschafft. Aber die Bauern aus dem Werra-Meißner-Kreis hatten aus den Ereignissen der letzten Demonstration in Bonn gelernt. „Wir haben nicht wie geplant in Beelitz übernachtet und sind noch in der Nacht direkt bis vor das Brandenburger Tor gerollt“, berichtet Thomas Thiel, Landwirt aus Rechtebach. Dort haben sie nach guter nordhessischer Tradition den Grill angefeuert und sich mit Eschweger Bier gewärmt. Grillmeister war der Sontraer Landwirt Tobias Wagner.

Während für viele Landwirte samt ihrer Schlepper am Dienstagvormittag kein Vordringen in die Berliner Innenstadt mehr möglich war, standen die Bauern aus dem Werra-Meißner-Kreis mit an vorderster Front. „Viele Landwirte aus der Region haben sich am Montagmorgen auch noch spontan entschlossen, nach Berlin zu kommen“, weiß Thiel. Insgesamt waren aus Nordhessen zirka 200 Bauern in Berlin.

Die Kundgebung der Landwirte in Berlin

Aktivisten des bundesweiten Aktionsbündnisses „Land schafft Verbindung“ forderten die Regierung zum Dialog mit den Landwirten auf. Als Verbraucherschutzministerin Svenja Schulze sprach und vor den demonstrierenden Landwirten für klare Regeln zum Schutz für Grundwasser und Insekten warb und sagte, das die Landwirte „Teil der Lösung“ seien, drehten viele Landwirte ihr demonstrativ den Rücken zu. „Wir waren alle totenstill. Es war fast gespenstisch, und man hätte eine Stecknadel fallen hören können“, erzählt Thiel. Das sei als klares Signal an Schulze im Vorfeld verabredet gewesen. Schulze verwies darauf, dass jeder Deutsche 114 Euro pro Jahr für die gemeinsame Agrarpolitik der EU zahle, über die die Landwirtschaft subventioniert werde.

Trotz allen Unmutes der Bauern sei die Stimmung in Berlin gut gewesen. „Der große Zusammenhalt, der sich in den letzten Monaten unter den Landwirten in ganz Deutschland gebildet hat, der macht Mut und Hoffnung“, sagt Thiel.

Am Dienstagabend traten die auch die hessischen Bauern die Heimreise an, allerdings diesmal mit Boxen-Stopp in Beelitz: „Ein paar Bier trinken, zwei, drei Stunden schlafen und dann nach Hause“, sagt Thiel. Heute Nachmittag wollen alle Landwirte wieder bei Heim und Hof sein.

Rückendeckung erhalten die Bauern von der Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt (CDU). „Statt den Druck auf unsere Nahrungsmittelproduzenten immer weiter zu erhöhen, sollte man lieber mit den Landwirten reden statt über sie.“

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