Bauern feiern in Eschwege – Engagement gefordert

Landwirte sollen in die Politik gehen

Jubiläum: (von links) Heinrich Heidel, Horst Kupski und Wilhelm Dietzel stoßen auf den Kreisbauernverband an. Foto: Hartmann

Eschwege. Hessens ehemaliger Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) hat die Landwirte im Werra-Meißner-Kreis aufgefordert, sich stärker politisch zu engagieren. „Bauern braucht das Land“, sagte der Politiker während der Festveranstaltung zum 65-jährigen Bestehen des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner am Samstag im alten E-Werk in Echwege.

Im neuen Landtag säßen nur zwei Landwirte, so der Christdemokrat. „Wir müssen da hin, wo entschieden wird“, sagte Dietzel. Auch wenn der Berufsstand im Parlament nie wieder eine Mehrheit haben werde, sei es wichtig, sich einzubringen. „Bauern in die Politik“, forderte der Unions-Politiker, auch wenn es nicht einfach sei. Von 1987 bis 1999 war Dietzel Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes. Mit Blick auf die schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen in Wiesbaden sagte er: „Das kann funktionieren.“ Mit den Grünen sei die Regierungsbildung einfacher als mit der SPD.

Der FDP-Politiker und Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes, Heinrich Heidel, sieht in den Interessen der Landwirte „ein gutes Stück Gesellschaftspolitik“. Auch wenn die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe kleiner werde, müssten diese dennoch Gehör finden. Der Kreisbauernverband Werra-Meißner habe sich immer dadurch ausgezeichnet, dass er fest in der Region verwurzelt sei und seine Stimme gehört werde. „Ich habe keine Veranlassung, mit Sorge in die Zukunft zu blicken“, so Heidel vor den anwesenden Landwirten.

Kritisch äußerte sich der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Horst Kupski, mit Blick auf politische Entscheidungen. „Weltweit hungern Menschen, während gleichzeitig landwirtschaftliche Nutzfläche zerstört wird“, sagte er am Samstag.

Die Landwirtschaft arbeite für die Menschen. Während der Arzt die Vorsorgeuntersuchung bei Neugeborenen mache, sorgten die Landwirte für die Ernährung. „In einigen Bereichen haben wir das Maß verloren“, sagte Kupski. Kinder hätten in Schulbussen in der Regel weniger Platz als Schweine, die zum Schlachter transportiert werden – doch dagegen rege sich Widerstand. Besorgt äußerte sich Horst Kupski über die Abnahme der landwirtschaftlichen Betriebe im Werra-Meißner-Kreis.

Von Fabian Hartmann

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