Grüne Kreuze als Protest gegen Agrar-Paket

Mit grünen Kreuzen auf Feldern protestieren Landwirte gegen das Agrarpaket der Bundesregierung. Sie fühlen sich zum alleinigen Sündenbock für diverse Umweltprobleme gemacht. 

Werra-Meißner – Viele Landwirte im Werra-Meißner-Kreis sind unzufrieden, einige von ihnen zeigen dies seit ein paar Tagen schon öffentlich. Sie haben grüne Kreuze in ihre Äcker und Wiesen gerammt, möglichst gut von Straßen und Wegen sichtbar.

Agrarpaket umfasst Tierwohl, Insektenschutz und Umschichtung von Subventionen

Der Grund für diese Zeichen des stillen Protestes: Das umfangreiche Agrarpaket für Tierwohl, Insekten- und Naturschutz, das Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) geschnürt haben.

Landwirte fühlen sich von Politik in Ecke gedrängt

Mit diesem Paket an Maßnahmen – neben einer besseren Kennzeichnung von Fleischprodukten sieht es mehr Insektenschutz und eine Umschichtung der EU-Agrarsubventionen vor – werde alle Schuld für das Insektensterben und der Grundwasserbelastung auf die konventionelle Landwirtschaft geschoben, als wenn die Bauern als Einzige die Verantwortung dafür trügen. Darüber seien sie „emotional enttäuscht“ und fühlten sich gerade auch von höchster politischer Ebene in die Ecke gedrängt, gibt Geschäftsführer Uwe Roth vom Kreisbauernverband Werra-Meißner die Stimmung weiter. In der jüngsten Sitzung des Kreisvorstands sei dann auch sehr lange diskutiert worden.

Kreuz steht im Christentum für Tod

Da ging es auch um die Symbolisierung durch grüne Kreuze. Eigentlich stehe das Kreuz für Christentum und Tod, weshalb der Vorstand ein grünes Fragezeichen für geeigneter gehalten hätte – als Zeichen hinter die Frage an die Politik und die Öffentlichkeit: „Wollt Ihr uns Landwirte eigentlich noch, wollt Ihr noch, dass wir Lebensmittel produzieren?“ Ein Kreuz sei aber, so laut Roth die einhellige Meinung des Vorstands, einfacher herzustellen und rege ebenso zum Nachdenken an.

Dazu soll sich nach dem Wunsch der Bauern jeder die Frage stellen, ob die Bevölkerung noch wolle, dass die heimischen Landwirte weiterhin maßgeblich zur Versorgung mit Nahrungsmittel beitragen oder nur noch um Naturschutzmaßnahmen kümmern sollen. Kreisvorsitzender Torsten Möller hat vor allem Berlin im Blick und formulierte es in der Vorstandssitzung schärfer: „Interessiert die Politiker überhaupt noch die Arbeit der Landwirte?“ 

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