Immer weniger Milchviehhalter

Landwirtschaft: Düstere Aussichten für Milchbauern im Werra-Meißner-Kreis

Eschwege. Die Zahl der Milchviehhalter und Milchkühe nimmt im Gegensatz zu den bundesweiten Zahlen im Werra-Meißner-Kreis immer mehr ab. Bereits im Jahr 2012 gab es nur noch 125 Milchviehhalter und 6075 Milchkühe. Viele Bauern sagen: Investitionen in Milchbetriebe lohnen nicht mehr.

„Die Tendenz ist so geblieben. Die Tierzahlen im Werra-Meißner-Kreis sind dramatisch zurückgegangen", bestätigt Horst Kupski, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner. Deutschlandweit gibt es derzeit 4,3 Millionen Milchkühe, 44.000 mehr als 2013.

In Sontra, Waldkappel und Großalmerode gibt es laut Kupski noch viele Milchviehbestände, in den anderen Gemeinden gehen die Zahlen allerdings stark zurück. Für viele Landwirte lohnt es nicht, weiter in ihre Betriebe zu investieren. Milchviehställe auszubauen wird immer teurer, die Perspektiven in Hinblick auf die inkonstanten Milchpreise sehen schlecht aus. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Milchviehbetriebe ist, dass es keine Nachfolger in der Familie gibt. Die nächste Generation übernimmt in vielen Fällen den Hof nicht.

„Wenn wir den Rückgang aufhalten könnten, wäre schon viel erreicht“, sagt Kupski. Er geht nicht davon aus, dass neue Milchviehhalter hinzukommen. „Die Milchviehhaltung ist ein hohes Risiko, das ist etwas für Spezialisten“, sagt Kupski.

Alternativen zur Milchkuhhaltung ist die Mutterkuhhaltung. Damit können auch die Grünflachen weiterhin genutzt werden, denn vom Verkauf der Gräser an Pferdehalter könne keiner leben, meint Kupski. Die Mutterkuhhaltung ist in Zukunft für Familie Möller in Röhrda eine Alternative zur Milchkuhhaltung. Sie haben sich auf Limousin-Rinder spezialisiert. Die Embryonen der besamten Limousin-Rinder werden den Milchkühen auf dem Hof eingepflanzt. Ziel ist es, so in kürzester Zeit eine Limousin-Herde aufzubauen und die Direktvermarktung des Fleisches voranzubringen. Eine weitere Einnahmequelle wäre dann der Verkauf der Zuchttiere.

Von Franziska Kiele

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