Langenhainer Weg: Großbaustelle ärgert Anwohner

Unzufrieden mit der Sanierung des Langenhainer Weges: Dr. Hartmut Laub, Martin Gala, Ute und Werner Schmidt (von links) beklagen schlechte Baustellenabsicherung, hohe Kosten und fehlende Anbindung ihrer Grundstücke. Foto: Sagawe

Eschwege. Die Anwohner des Langenhainer Weges in Eschwege können ihre Grundstücke zum Teil seit Wochen nicht mehr mit dem Auto erreichen. Sie beklagen sich über eine schlechte Absicherung der Baustelle und über hohe Kosten.

„Nicht, dass wir uns missverstehen: Wir wollen, dass die Straße saniert wird; es sind die Begleitumstände, die uns stören“, sagt Werner Schmidt. Seit zwei Wochen erreiche er sein Grundstück inmitten der Großbaustelle nicht mehr mit dem Wagen. Der Wochenendeinkauf einschließlich schwerer Getränkekisten muss herangeschleppt werden. „Glücklicherweise sind die Arbeiter sehr freundlich und helfen“, sagt der Rentner.

Stephanie und Martin Gala fürchten angesichts mangelhafter Absicherung von Baugruben und Fußwegen um die Gesundheit ihres Kindes, das auf dem Weg zur Schule durch die Baustelle gehen muss. „Das ist kein Fußweg für Kinder“, sagt die besorgte Mutter. „Und was ist mit der Feuerwehr, mit dem Rettungswagen, mit dem Notarzt?“, fragt Stephanie Gala und zeigt auf die unüberwindbare Baugrube. „Uns ist das alles ganz anders gesagt worden als es jetzt ist“, schimpft Ute Schmidt und verweist auf die Vorbesprechungen mit der Stadt Eschwege.

Die Kommune habe im Vorfeld der Bauarbeiten zugesichert, dass die Zufahrt zu den Grundstücken an jedem Arbeitstag nach Feierabend gewährleistet sei. „Die Anwohner haben recht, was die Erreichbarkeit ihrer Grundstücke angeht“, räumt Klaus Kurz, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen bei der Kreisstadt ein. „Wir haben mit den Baufirmen geredet und vereinbart, dass das zeitnah geändert wird.“ Die Rettungswege müssten jederzeit frei sein.

Und dann sind da noch die Kosten, an denen die Anwohner mit fünfstelligen Euro-Beträgen beteiligt werden. Die Straßenbeitragssatzung der Kreisstadt sieht vor, dass die Hauseigentümer anteilig zur Finanzierung des Projektes verpflichtet sind. „Für eine junge Familie, der noch nicht einmal das Haus gehört, ist das hammerhart“, sagt Stephanie Gala. „Wir sollen 10 000 Euro und mehr bezahlen“, so Dr. Hartmut Laub. Nach der geplanten Satzungsänderung mit dann wiederkehrenden Beiträgen würden die Anlieger künftiger Sanierungsstraßen mit wenigen hundert Euro pro Jahr belastet. „Das ist ungerecht“, sagt Dr. Laub, „da müsste ich 135 Jahre alt werden, um auf die gleiche Summe zu kommen.“ Hubert Küch, Eschweges Fachdienstleiter für Finanzen, kann den Anwohnern des Langenhainer Weges keine Hoffnung machen, nachträglich von der Satzungsänderung profitieren zu können: „Eine nachträgliche Andersveranlagung ist rechtlich nicht möglich.“ Ganz besonders ärgerlich finden die Betroffenen, dass sie für den Bau von Parkplätzen vor ihren Grundstücken bezahlen sollen, die weit überwiegend von Beschäftigten und Besuchern des nahen Klinikums benutzt werden, und Bäume finanzieren müssen, „die wir nicht wollen“. Ute Schmidt: „Und das Laub müssen wir auch noch wegräumen.“

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