Mit absurdem Theater begeistern Waldorfschüler im Bahnhof

Das Leben als Bühne

Daniel Sporer schaut und schaut, während die Damen (Jennifer Dänicke und Nora Lindemann) darüber sinnieren, ob das Leben aus halbvollen oder halbleeren Gläsern besteht. Foto: Stefanie Salzmann

Eschwege. Nicht die Schauspieler kamen zu spät. Nein, die Zuschauer waren es, die zu früh gekommen waren und damit den Mimen die Gelegenheit gestohlen hatten, sie zu begrüßen.

So begann am Donnerstagabend im Alten Bahnhof das absurde Theaterstück „Das Leben“ mit gewollter Verzögerung und einer saftigen Gardinenpredigt an das Publikum.

Den absurd verrückten Stoff des Autoren Peter Haus hatte sich die 8. Klasse der Freien Waldorfschule für ihr Achklassstück gewählt und unter Regie der Kunstlehrerin Christiane Olde-Choukair und des Theaterpädagogen Eric Eyser zur Aufführung gebracht.

Zu sehen war ein höchst unterhaltsames Stück mit intellektuellem Niveau für Querdenker sowie feinsinnigem Witz und Ironie.

In kurzen Episoden ging es vor allem um die Frage, wie und ob überhaupt das Lebens zu verstehen ist. Konfrontiert mit der absurden Botschaft, dass jeder Mensch nur eine begrenze Anzahl Schritte im Leben hat, versucht einer möglichst wenig zu gehen, um Schritte zu sparen. Einer will wissen, was in einer Kiste geschieht, wenn sie geschlossen ist, zwei lebensfremde Wissenschaftler erforschen das, was zwischen den Dingen ist und doch nicht nichts ist. Ein anderer schaut durch den Rahmen eines Kartons während ein Mädchen ständig auf der Bühne ihren großen runden Ball vorstellt.

Immer wieder wird das Publikum mit absurden Fragestellungen konfrontiert und das war nicht nur für Erwachsene amüsant, sondern begeisterte selbst jüngste Zuschauer über volle 80 Minuten.

Am Ende wird klar, wovor Plakate „Sie verlassen den logischen Bereich des Lebens“ schon am Eingang des Saals gewarnt haben. Vielleicht muss man das Leben ja gar nicht verstehen, sondern es einfach leben.

Das Stück wird voraussichtlich im Spätsommer erneut öffentlich aufgeführt. (salz)

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