Geschichte und Waldpädagogik werden verbunden

Ausflugstipp für die Ferien: Mittelalterdorf Steinrode

Lehmbackofen: Bis das Brot herausgeholt werden kann, muss Nora Leibold eine ganze Weile werkeln. Im Mittelalterdorf Steinrode kann man lernen, wie sehr die Menschen damals auf Handarbeit und das Leben in Symbiose mit ihrer Umwelt angewiesen waren. Fotos: Weber

Eschwege. Bevor man die Autobahnbrücke nach Hann. Münden unterquert, biegt links der Weg nach Laubach ab und später in die Kohlenstraße. Der Wegweiser führt nach vier Kilometern ins Mittelalterdorf Steinrode.

Am Anfang stand die Waldpädagogik - und sie bildet bis heute ein wichtiges Element im Mittelalterdorf Steinrode. Unter der Woche sind Schulklassen zu Gast in dem Dorf aus Holz- und Lehmhäusern.

Hier, am außerschulischen Lernort mitten im Kaufunger Wald, der vom Verein Libellula gegründet wurde, lernen die Schüler etwas über die Verbindung von Geschichte, Natur und Handwerksarbeit. Denn in historischen Zeiten war das Leben der Menschen viel enger von der sie umgebenden Umwelt und vom Wetter abhängig, als uns heute noch bewusst ist.

Sie nutzten Naturmaterialien und Rohstoffe aus ihrer unmittelbaren Umgebung, um diese selbst zu be- und verarbeiten. Gerade der Wald spielte bei ihrer Versorgung eine große Rolle. „Für Kinder ist es eine wichtige Erfahrung, zu sehen wie das Leben funktioniert, wenn man alles selbst herstellen muss“, sagt Ulrike Zander-Plattner. Sie leitet im Verein Libellula die Umweltbildung und Waldpädagogik. Am Sonntag, jeweils von 11 bis 17 Uhr, stehen die Toren dann jedem Besucher offen. Die Gäste können sich einen Eindruck vom mittelalterlichen Dorfleben verschaffen, den Wald erkunden und sich mit kleinen Speisen stärken.

Die Idee zum Mittelalterdorf Steinrode wurde 2004 geboren. Auf dem Gelände des Waldpädagogikzentrums Haus Steinberg (im Wald bei Hannoversch Münden/Hedemünden) wurde das Dorf errichtet und nach und nach weiter ausgebaut. Zwar wurde das Dorf als pädagogische Einrichtung neu errichtet, doch orientiert es sich am Vorbild von Dörfern von vor 1000 Jahren.

 Auf dem Steinberg gibt es Wüstungen, also vor langer Zeit aufgegebene Dörfer, die nur noch archäologisch nachzuweisen sind. Im Dorf bildet das Vogthaus - das Haus des Verwalters - den Mittelpunkt.

Anmeldung

Anmelden können sich Kinder von acht bis elf Jahre bei Nelli Lamm, 0176/61 04 38 29 oder 0176/81 92 76 10, E-Mail: info@steinrode.de Die Ferienspiele kosten 20 Euro am Tag oder 70 Euro in der Woche.

Es gibt eine Schmiede, eine Tischlerei, eine Töpferei, eine Garküche und eine kleine Kirche aus Holz. In den Handwerkshäusern können sich die Besucher selbst an kleinen Arbeiten versuchen, etwa Speckstein schnitzen, Holzmedaillons basteln, Pinsel, kleine Lederbeutel oder mit Wolle arbeiten.

Wenn er Zeit hat, kommt auch ein Schmied ins Dorf, der die Esse anheizt und arbeitet. Kinder können dann unter Anleitung mitmachen. In der Garküche, im Lehmbackofen und auf dem offenen Feuertisch bereiten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins Speisen zu.

„Sonntags machen viele Wanderer hier Rast“, sagt Ulrike Zander-Plattner. „Besonders geeignet ist ein Besuch am Sonntag für Familien, denn hier können Jung und Alt zusammen etwas lernen und verschiedene Dinge ausprobieren.“ Und es werden Kaffee und Kuchen angeboten. In den Osterferien finden außerdem vom 30. März bis zum 12. April in der Zeit von 8 bis 16 Uhr Ferienspiele statt. Es geht darum, zu erkunden wie Kinder im Mittelalter spielten. Ihr Leben bestand nicht allein aus der Mithilfe bei der Arbeit.

Von Kristin Weber

Ausflugstipp: Mittelalterdorf Steinrode

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare