Foto-Ausstellung: „Namasté - Indische Grüße“

Lebensfreude in satten Farben

Licht und Farbe spielt in den Fotografien von Hartmut Hansen aus dem indischen Alltag eine große Rolle. Foto: Weber

Eschwege. In Indien haben Bäume Nummern, die Häuser aber nicht, erzählt Hartmuth Hansen während der Eröffnung der Fotoausstellung „Namasté - Indische Grüße“ in der Marktkirche.

„Es gibt dort einige Dinge, die von einem Europäer eine hohe Anpassungsfähigkeit erfordern“, sagt der Bauingenieur, ein gebürtiger Oldenburger, der in vielen Ländern Asiens gearbeitet und sich auf die jeweilige Kultur eingelassen hat.

Mit seiner philippinischen Ehefrau hat er jedoch Eschwege zu seiner Heimat gemacht. Aus seiner Zeit in Indien, dreieinhalb jahre hat er dort gelebt, hat er Fotografien mitgebracht, die mit Farbenpracht und dem unmittelbar gezeigten Leben beeindrucken. Mit einem guten Auge für Komposition hat er Szenen aus dem indischen Alltag hautnah abgebildet, wie man sie als Europäer sonst nur selten zu sehen bekommt: Die Speisung der Armen im Tempel, Priester in Trance bei der Festprozession, die Reinwaschung der Sünden im Fluss, Reispflanzer bei der Arbeit oder Eindrücke vom Geflügelmarkt. Hartmut Hansen fotografiert aus der Mitte des Lebens heraus. Der Betrachter meint, die Geräusche der Straße zu hören, die Gerüche der Märkte zu riechen. Die Bilder sind Explosionen von Farben und erzählen kleine Geschichten.

Dabei war es gar nicht so einfach, die Bilder in den Kasten zu bekommen, berichtet der Hobby-Fotograf. „Sobald man mit einer Kamera auftaucht, wird man von einem Schwarm von Kindern belagert, die in jedem Bild vor dem Objektiv stehen. Ich habe Techniken entwickeln müssen, gewissermaßen aus der Hüfte heraus zu schießenen, damit die Leute nicht bemerken, dass sie fotografiert werden“, sagt er.

Auf diese Weise sind Hartmut Hansen jedoch atemberaubende Eindrücke gelungen, die den Betrachter nicht allein zum Zuschauer machen, sondern ihn ein Stück Kultur miterleben lassen. Die Foto-Ausstellung, die vom Kunstverein Eschwege und der Stadtkirchengemeinde präsentiert wird, ist täglich bis zum 2. Juni 2013 in der Marktkirche zu sehen.

Von Kristin Weber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare