Stadtwerke haben Zweifel an Ausbau des Hallenbades - Defizit stiege auf 700 000 Euro

Lehrbecken auf der Kippe

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Der Wegweiser zum Eschweger Espada-Bad ist schon lange nicht mehr aktuell. Ein Freibad gibt es nicht mehr. Nun hegen die Stadtwerke Bedenken bei der geplanten Erweiterung der Halle um ein Lehrbecken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit.

Eschwege. Nachdem die Eschweger Stadtwerke im vergangenen Jahr das Freibad zugeschüttet haben, hat die Unternehmensführung nun Bedenken bei der geplanten Erweiterung des Hallenbades um ein Lehrbecken. „Wir haben Zweifel, ob sich diese Investition wirklich lohnt“, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke Markus Lecke.

„Wir sind ein wirtschaftlich arbeitender Betrieb und würden damit das jährliche Defizit des Bäderbetriebes um weitere 200 000 auf 700 000 Euro erhöhen.“

Als Ersatz für das Freibad hatten Stadt und Stadtwerke avisiert, an die bestehende Halle ein sogenanntes Multifunktionsbecken anzubauen. Das zwölf mal acht Meter große Becken soll vor allem für diverse Sportvereine und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) als Trainingsort dienen und das Hallenbad entlasten. Die Stadt hatte sich für das Projekt zwischenzeitlich erfolgreich um Fördermittel des Landes in Höhe von 800 000 Euro bemüht.

Je nach Bauvariante für das Lehrbecken kämen dafür auf die Stadtwerke Investitionen zwischen 1,6 und 2,2 Millionen Euro zu. Zwischen 700 und 800 000 Euro müssen die Stadtwerke zudem in die Sanierung der Hallendecke und der Unterwasserbeleuchtung investieren. „Die Sanierung ist von unserer Seite auch unstrittig und soll 2013 stattfinden“, sagte Lecke. Eine Entscheidung über den Bau des Lehrbeckens soll am Mittwoch in der Sitzung des Aufsichtsrates fallen. Dort wollen die Stadtwerke den Aufsichtsrat umfassenddarüber zu informieren.

„Ich werde von den Stadtwerken fordern, alles zu tun, dass wir das Becken bauen.“

„Ich werde von den Stadtwerken fordern, alles zu tun, dass wir das Becken bauen“, kündigte Bürgermeister Alexander Heppe (CDU) an, der Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist. „Das Hallenbad ist ein absolutes Pfund der Stadt. Ich muss als Bürgermeister auch auch für die Attraktivität der Stadt sorgen“, sagte Heppe. „Wir brauchen eine vernünftige Infrastruktur“, sagte er. Zudem sei der Fördermittelbescheid für das Lehrbecken bereits erteilt. „Das Geld würde ich ungern zurückgeben müssen.“

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag findet klare Worte: „Wir haben der Schließung des Freibades nur unter der Bedingung zugestimmt, um das Hallenbad weiter zu unterstützen und auszubauen.“ Nach Feiertags Einschätzung könne an den Baukosten für das Becken noch gespart werden.

Laut Geschäftsführer Lecke sei die Bauvariante neben der Rusche die finanziell günstigere, der Platz neben dem Kleinkindbereich aber die baulich bessere, wenn auch teurere.

Von Stefanie Salzmann

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