Weniger Auszubildende in Handwerk, Industrie und Handel

Lehrverträge: Im Werra-Meißner-Kreis noch kein Aufschwung

+
Symbolbild

Werra-Meißner. Die positive Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt in Nordhessen kommt im Werra-Meißner-Kreis noch nicht an.

Während Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie Handwerkskammer Kassel (HWK) sechs Wochen nach Start des neuen Lehrjahrs für die gesamte Region Zuwächse bei den Lehrverträgen um 3,5 Prozent (IHK) und 16,7 Prozent (HWK) melden, sieht es an Werra und Meißner düster aus.

Vor allem im Handwerk sind im Kreis mit bislang 105 Lehrverträgen deutlich weniger neue Auszubildende eingestellt worden als in den Vorjahren. Ende 2016 registrierte die HWK noch 156 Lehrlinge im ersten Lehrjahr, 2015 waren es sogar noch 179. Es gebe nicht genug ausbildungswillige Jugendliche, sagt Barbara Funke, bei der Kreishandwerkerschaft für den Bereich Ausbildung zuständig. 

Oft wünschten sich die Eltern für ihre Kinder ein Studium. „Wir versuchen, die Eltern bei Infoveranstaltungen in Schulen oder bei Ausbildungsmessen aufzuklären“, sagt Funke. „Ein guter Hauptschulabschluss kann für einen Betrieb oft besser sein, als ein ,normaler oder schwacher’ Realschulabschluss, da es entsprechende Fördermaßnahmen gibt.“ Zudem könnten Gesellen gleich nach der Lehre mit der Meisterschule beginnen und so einen höheren Bildungsabschluss erreichen.

Bei den Berufen, die über die IHK organisiert sind, ist die Lage nicht ganz so dramatisch. Hier hatten Ende August 239 jungen Menschen im Kreis ihren Ausbildungsvertrag geschlossen – ein leichter Rückgang von 2,1 Prozent zu 2016. Auch die IHK versucht, mit frühzeitigen Info-Kampagnen zu beruflichen Karrieren dem Zug zum Studium gegenzusteuern. Ein weiteres Problem hat Aus- und Weiterbildungsgeschäftsführer Dr. Michael Ludwig ausgemacht: „Ländliche Berufsschulen haben aufgrund von Zentralisierung Berufe verloren. Das führt dazu, dass Unternehmen weniger ausbilden oder auf andere Berufe ausweichen.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare