Alles, was das Herz begehrt beim Open Flair

Eschwege. Es soll einem ja an nichts fehlen auf dem Festival. Deshalb ist auf der großen Party nicht nur für Speis und Trank gesorgt, sondern auch für andere wichtige Dinge des täglichen Bedarfs bei dergleichen Feierlichkeiten.

Wie zum Beispiel wärmende Wollmützen, unterm Kinn zu binden mit lustigen Tiermotiven, viele rabenschwarze T-Shirts mit Totenköpfen vorn und hinten oder Gürtel mit langen und gefährlichen Dornen, von denen die Security natürlich nichts wissen darf.

Wer sein T-Shirt lieber selbst gestalten möchte, kann Aufnäher aller je auf einer Bühne gesichteten Bands dieser Welt erstehen. Da man schon im Kindergarten gelernt hat, dass Nähzeug ein Muss im Reisegepäck ist, dürfte auch solch eine liebevolle Handarbeit kein Problem darstellen.

Auf dem Bekleidungssektor für all jene, die ihre Festivalgarderobe noch mal grundsätzlich überarbeiten möchten, hat sich die Schiene „Herr-der-Ringe-Kleider“ an den Ständen durchgesetzt: Farbenfrohe bis schlammfarbene Pluderhosen, Riesenröcke mit hundert Prozent Verhüllung sowie oben freie Sackkleider, die auch größere Makel im Taillen- und Hüftbereich hervorragend zu kaschieren verstehen, sind in praktischen Einheitsgrößen erhältlich und müssen garantiert nicht gebügelt werden. Sie können nach dem Festival einfach weggeworfen werden.

Da Eschwege ja am Wasser liegt, auch wenn es kein eignes Freibad hat, ist auch für diverses Wasserspielzeug gesorgt. Dabei haben die Einkäufer bei der Wasserpistole „Model Penis“ Weitsicht bewiesen und auf Nachhaltigkeit im Sinne des Kunden geachtet.

Wenn man als echter Flairkämpfer am späteren Vormittag aus dem Zelt kriecht, kann einen die Grelle des Sonnenlichts in ihrer ganzen Brutalität treffen. Hier sind schnelle Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich: der Kauf einer Sonnenbrille. Im Halbschatten der zahlreichen Stände kann man es wagen, verschiedene Modelle auszuprobieren: angefangen bei der verspiegelten Pornobrille, aufhören beim bunten Hip Hop-Modell - dazwischen nichts.

Das Ganze komplettiert mit einem Sonnenhut in pink oder für den Umweltbewussten in natur kann nichts mehr schiefgehen, denn den kann man nach dem dritten Bier zum Frühstück gern gegen ein wolligen Mützchen mit Tiermotiv oder ein Basecap mit verschiedenen Inhaltsangaben zu politischer Zugehörigkeit oder Glaubensfragen wie „Dope“ oder „I love Haters!“ austauschen. Damit kann man dann fröhlich andere Festivalsgäste anspringen und sie auf ein Bier einladen. Die ganz Cleveren lassen sich einladen.

Von Stefanie Salzmann

Rubriklistenbild: © Stefanie Salzmann

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