Letzte Verschönerung: Podest am Stad wird doppelt so groß

Eschwege.

Zwölf Meter lang, zwischen drei und vier Metern breit, mit Sitz-, Liege- und Spielflächen, die mit Lärchen- oder Robinienholz verkleidet sind, dazwischen eine Furt mit Gehweg aus Naturstein: das Podest am unteren Stad in Eschwege soll mehr werden als die Überbauung der dortigen betonierten Einlaufkonstruktion, über die der unterirdisch fließende Goldbach in die Werra geleitet wird. Planer Michael Herz stellte das Projekt am Dienstagabend im Bau- und Umweltausschuss der Kreisstadt vor.

Bis zu 60 000 Euro soll dieser letzte Baustein des ersten Abschnitts des Konzeptes zur Verzahnung von Werra und Stadt kosten – bei doppelter Größe verdreifacht sich der Preis zur ursprünglichen Planung. „Zu teuer“, befand der SPD-Stadtverordnete Karl Montag, seine Zustimmung werde es nicht geben, weil eine solche Ausgabe den Bürgern nicht zu vermitteln sei. Bei der Beschlussempfehlung enthielten sich die beiden Sozialdemokraten im Ausschuss schließlich, CDU (3) und FWG (1) votierten für das Sitzpodest.

Stadtplaner Michael Herz hatte zuvor für das Bauwerk, das für sich wie eine Skulptur wirke, geworben und vor einer Billigvariante gewarnt. Niemand wolle einen „zwölf Meter langen Opfertisch“, und bei einer Konstruktion aus Beton würden sich die Beteiligten nach fünf Jahren fragen: Was haben wir da getan? Bürgermeister Alexander Heppe unterstützte das Vorhaben: „Es geht nicht um irgendeinen Platz, das ist einer der Stadteingänge.“ Der Betrachter solle mit den Augen daran hängen bleiben.

Zustimmung auch von FWG-Fraktionsvorsitzendem Andreas Hölzel: Er habe ein „Wow-Gefühl“ gehabt, als er die Skizzen gesehen habe. „Das ist eine gut gelungene Planung und eine Aufwertung der Fußgängerzone.“ Gleichwohl äußerte auch Hölzel Bedenken angesichts der prognostizierten Kosten. Die könnten sich durchaus noch reduzieren, stellte Herz in Aussicht. „Die tatsächlichen Kosten liegen fest, wenn der Schlosser und der Schreiner beteiligt sind.“ Der Planer erklärte die aufwendige Unterkonstruktion aus Stahl und die schwierige Holzverkleidung. Zur Umsetzung des Vorhabens bedürfe es guter Handwerker.

Der CDU-Stadtverordnete Klaus Wolf kritisierte die Vorabveröffentlichung des Budgets: „Wenn der Handwerker hört, es darf 60 000 Euro kosten, dann kostet es auch 60 000 Euro.“

Rubriklistenbild: © Sagawe

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