Zugang zu digitalem Klassenzimmer

Linke fordern umfassende Versorgung von Schülern im Kreis mit Endgeräten

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Neue, digitale Lernorte schaffen: Das erfordert grundsätzlich die umfassende Ausstattung von Schülern mit digitalen Endgeräten.

Die Linken Werra-Meißner fordern eine umfassende Versorgung von Schülern im Kreis mit digitalen Endgeräten. Ein entsprechender Antrag wird im kommenden Kreistag behandelt.

Über Wochen geschlossene Schulen, Fernunterricht, Homeschooling – 2019/20 wird als Corona-Schuljahr in die Bildungsgeschichte eingehen, so viel steht fest. Was noch unklar ist: als erstes Corona-Schuljahr? Oder als einziges? Je näher die Sommerferien rücken, desto drängender stellt sich auch im Werra-Meißner-Kreis die Frage, wie es danach weitergeht. Und welche Lehren aus den vergangenen Monaten zu ziehen sind.

Digitalisierung an Schulen

Damit die Corona-Krise nicht zur Bildungskrise wird, ist in den vergangenen Wochen vor allem ein Thema in den Fokus gerückt: die Digitalisierung an Schulen. Knackpunkt: Nicht alle Kinder haben einen Zugang zum „digitalen Klassenzimmer“, manchen fehlt schlichtweg die Technik. Kinder aus einkommensschwachen Familien sind dabei deutlich im Nachteil. Sie besitzen oft, wenn überhaupt, nur ein Smartphone, aber kein arbeitsfähiges Endgerät wie einen Laptop oder ein Tablet. „Gerade in sozial benachteiligten Haushalten werden viele Kinder immer mehr abgehängt“, fürchtet Bernhard Gassmann von der Kreistagsfraktion der Linken.

Bernhard GassmannFraktion Die Linke

Die Unterbrechung des regulären Schulunterrichts habe deutlich gemacht, dass das Bearbeiten schulischer Aufgaben von zuhause aus nicht allen Schülern in angemessener Art und Weise möglich gewesen sei. „Die unterschiedliche Ausstattung mit Internetzugang, Laptop, Tablet und/oder Drucker hat auch zu völlig unterschiedlichen Lern- und Arbeitsergebnissen der betroffenen Schüler geführt“, ergänzt Andreas Heine.

In einem Antrag für die nächste Sitzung des Kreistags fordert die Fraktion der Linken daher die umfassende Versorgung von Schülern im Werra-Meißner-Kreis mit digitalen Endgeräten.

Schulung des Lehrerkollegiums

Andreas Heine regt an, dass eben diese Endgeräte den Schülern künftig in der Schule und auch Zuhause zur Verfügung stehen sollten. Auch die Schulung des Lehrerkollegiums dürfe nicht vernachlässigt werden. Verfasst haben die Linken ihren Antrag bereits, bevor von Bund und Ländern ein entsprechendes Programm aufgelegt wurde. Zur Erklärung: Bund und Länder haben sich darin auf eine Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt Schule in Höhe von 550 Millionen Euro geeinigt (500 Millionen bezahlt der Bund, 50 Millionen die Länder). Sie wird nun dem Haushaltsausschuss des Bundestags zugeleitet, dann an die Länder. Wie das Geld an die Schulen gelangt, regeln die Länder mit den Schulträgern.

Andreas HeineFraktion Die Linke

„Hier ist eine frühzeitige Koordination gefragt“, erläutert Bernhard Gassmann die Dringlichkeit des Antrags – bis ein Bundesgesetz vor Ort durchschlage, vergehe erfahrungsgemäß viel Zeit. Die Schulen sollten bei der begonnenen Umsetzung der Digitalisierung noch umfassender unterstützt werden. „Hier sehen wir den Kreis als Schulträger in der Pflicht, mit Schulamt, Schulen, Lehrern und Schülern (vertreten durch den Kreisschülerrat) Konzepte für eine optimale Versorgung aller Schüler in den allgemeinbildenden und den beruflichen Schulen zu entwickeln und schnellstmöglich umzusetzen.“

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