Gastronomie punktuell betroffen

Werra-Meißner-Kreis: Löhne bei Unternehmen liegen jetzt schon meist über dem Mindestlohn

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Werra-Meißner-Kreis: Die Löhne liegen bei Unternehmen schon jetzt meistens über dem Mindestlohn. 

Handwerk und Handel im Werra-Meißner-Kreis sind nach Auskunft der Kammer- und Verbandssprecher von der Anhebung des Mindestlohns nicht betroffen, die Gastronomie eher punktuell.

„In den meisten Handwerksberufen werden längst weit höhere Stundenlöhne gezahlt“, sagt Stephan Schenker, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Da würden kaum Betriebe von der Anhebung von 9,19 auf 9,35 Euro Mindestlohn pro Stunde betroffen sein, so Schenker, der vorrechnet, dass selbst Berufseinsteiger, beispielsweise im Friseurhandwerk, ab kommendem Jahr einen Tarifstundenlohn von 11,69 Euro pro Stunde haben. 

Ungelernte Tischler kämen auf knapp 13 Euro, angelernte Arbeiter im Gas- und Wasserinstallateurhandwerk auf mehr als 15 Euro, ebenso die weniger spezialisierten Bauhandwerker. Gut qualifizierte Handwerker oder Facharbeiter mit speziellen Kenntnissen erreichen die Zwanzig-Euro Grenze oder liegen sogar darüber. „Am Bau arbeitet niemand für den gesetzlichen Mindestlohn“, sagt Schenker.

Führt der steigende Mindestlohn zu höherem Arbeitsdruck?

Christian Pelikan vom Hotel- und Gaststättenverband sieht mit dem steigenden Mindestlohn einen wachsenden Arbeitsdruck auf die Beschäftigten zukommen. Die müssten jetzt in der gleichen Zeit mehr leisten, sagt der Dehoga-Chef und Inhaber des Hotels Werratal in Bad Sooden-Allendorf. Kleinbetriebe werde das belasten, Preise würden steigen.

Dieter Füllgraf vom Hemingway in Eschwege sieht sich nicht betroffen: „Wir zahlen schon immer über Mindestlohn.“ Uwe Heinemann vom Einzelhandelsverband bestätigt das. „Wer drunter zahlt, bekommt kein qualifiziertes Personal“, sagt er. Der Inhaber der Buchhandlung Heinemann orientiert sich bei der Bezahlung seiner Mitarbeiter am Branchentarif.

Schwierigkeiten, Personal für Mindestlohn zu bekommen, sieht Björn Zeuch, Inhaber des Edeka-Marktes in Eschwege. Bei ihm werden die Aushilfskräfte über dem Mindestsatz bezahlt. „Die unter Achtzehnjährigen bekommen etwas darüber, die über Achtzehnjährigen deutlich darüber“, sagt der Geschäftsführer. 

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