Unternehmen drohen Umsatzrückgänge

Logistikbranche ächzt unter Fahrermangel

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Werra-Meißner – Der Logistik- und Transportbranche im Werra-Meißner-Kreis mangelt es an Fahrern. „In der Branche drohen Umsatzrückgänge bereits in der zweiten Jahreshälfte 2019, weil Aufträge nicht mehr ausgeführt werden können“, sagt Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der WfG Werra-Meißner.

Teilweise hätten Betriebe ihre Fuhrparks bereits verkleinern müssen, um auf die Situation zu reagieren.

Die Gründe sind vielfältig: Zum einen führen niedrige Löhne und fehlende Qualifizierungen, zum anderen auch Imageprobleme der Transport- und Logistikbranche zu den Mangelerscheinungen. „Die Ausbildung ist allein durch den nötigen Führerschein der Klasse C eine teure“, ergänzt Disponent Uwe Braun von der Firma Zindel Transporte in Germerode; hinzu kämen die unregelmäßigen Arbeitszeiten.

„Wer meint, dass der Mangel behoben werden kann, wenn die Firmen ihren Fahrern mehr zahlen, springt zu kurz“, mahnt Dr. Lars Kleeberg. Denn diese Mehrkosten müssten letztlich auch wieder verdient werden. „In der Logistikkette bedeutet das auch höhere Preise für die Verbraucher, da die Auftraggeber der Logistikbranche diese Mehrkosten auf die Preise für ihre Produkte umlegen.“

Die Firmen des Logistik- und Transportgewerbes könnten das Problem des Fahrermangels nicht allein lösen, bekräftigt Helmut Frölich vom Frachtspeditionsdienst Frölich in Hessisch Lichtenau. Bis zu fünf qualifizierte Fahrer würde er sofort einstellen, wäre allein die entsprechende Nachfrage da. „Mehr Bewusstsein für den Wert des Fahrerberufs“ wünscht sich Helmut Frölich für die Zukunft – gerade vor dem Hintergrund, dass aktuell immer mehr Berufskraftfahrer in Rente gehen.

Ausbildungsberufe liegen im Trend

Trotz allem gibt es Licht am Ende des Tunnels: Die Ausbildungsberufe der Transport- und Logistikbranche liegen im Trend. So haben sich 2018 mehr junge Leute für eine Lehre in einem der Berufe entschieden, die die Branche zu bieten hat, als im Vorjahr. Das zeigt die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), auf die der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) hinwies. Gestiegen ist auch die Azubi-Vergütung. Am besten verdienen Logistik-Azubis im Lager. 

Zum 1. Oktober bekam eine angehende Fachkraft für Lagerlogistik im Schnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg 988 Euro, ein Fachlagerist in Ausbildung 944 Euro. Wer 2018 eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer absolvierte, erhielt 875 Euro Vergütung. Schlusslicht bilden die Auszubildende zum Kaufman für Spedition und Logistikdienstleistung: Sie bekamen 853 Euro. 

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