Die lange Nacht der harten Gitarren

Long-Heavy-Night im E-Werk: Newcomer und alte Hasen präsentieren sich

Volldampf voraus: Die Drakkar ist ein Schiffstyp der Wikinger. Bei der belgischen Band um Sänger Silver steht der Name für Speed- und Powermetal. Irgendwie ist das wesensverwandt. Foto: Weber

Eschwege. Die Long-Heavy-Night in Eschwege hat mit einem grandiosen Line-up überzeugt. Gekommen waren gut 100 Besucher. 

Heavy-Metal-Fans, das sind junge Menschen mit – ja, wieder – langen Haaren, die sich vorzugsweise schwarz kleiden und gerne laute Musik hören. Also, sehr laute. Entgegen ihrem martialischen Auftreten sind sie ein friedliches und freundliches Völkchen. In Eschwege ist ihre Anzahl jedoch überschaubar. Deshalb war Jens Manegold, der im E-Werk zum achten Mal die Long Heavy Night ausrichtete, schon zufrieden, dass er gut 100 Karten fürs Wochenende verkauft hatte.

Natürlich kann er von den Einnahmen nicht neun Bands aus Deutschland, Italien, Belgien und Frankreich bezahlen. Die Musiker spielen deshalb für Unterkunft und Spritgeld – und die Freude am Metal. Das erreicht Manegold, weil er als Musikmanager in der Szene verwurzelt ist und alle Bands kennt. „Für Heavy Metal gibt es nicht viel Kulturförderung, sonst hätte ich mehr Werbung machen können“, bedauert er.

Allerdings kann sich absolut sehen und hören lassen, was er dafür auf die Bühne gezaubert hat. Die Bands lieferten hochklassigen Metal, wie etwa die Headliner Drakkar aus Belgien mit ihrem klassischen Speedmetal, die schon seit 1983 mit Unterbrechungen im Geschäft sind und am Samstag Songs aus ihrem neuen Album vorstellten. Oder wie die inzwischen ebenfalls etwas reiferen, sympathischen Herren von Lone Wolf aus Frankreich. Mit frisch gefönten Langhaarfrisuren betraten sie die Bühne, griffen in die Saiten und gaben mit gradliniger Power ordentlich Gas. Und einzelne Headbanger schüttelten dazu das wallende Haupthaar im Publikum.

Im E-Werk finden die Bands die beste technische Ausstattung für einen professionellen Auftritt. Das lockt auch Newcomer-Bands, die Bühnenerfahrung sammeln wollen. „Elvellon“ etwa zeigte eine großartige Leistung im Genre des Synphonic-Metal, bei dem bombastische, opernhafte Melodien auf den treibenden Takt treffen. In ihrem Namen stecken die Elves oder Elben schon drin. Und so schwebte die glasklare Stimme von Sängerin Nele Messerschmidt über den harten Gitarren. „Das macht richtig Spaß bei euch“, sagte sie. „Da ist es egal, ob man vor 5000 Leuten spielt oder vor 50.“ 

Long-Heavy-Night in Eschwege

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