Qualifizierung für ein Ehrenamt, mit dem geholfen werden soll, hier heimisch zu werden

Lotsen für ganzen Kreis

Ausländerbeauftragter der Stadt Eschwege und Projektleiter Ramiz Arifi mit fünf der sieben Frauen, die sich für die Qualifizierung zur Integrationslotsin gemeldet haben, darunter seine Ehefrau Hava rechts neben ihm. Foto: Mayer

Eschwege. Seit zwei Jahren gibt es in Eschwege Integrationslotsen. Sieben Frauen sind es, die sich für ihren ehrenamtlichen Einsatz qualifiziert haben und alle sind noch dabei, erzählt Eschweges Ausländerbeauftragter Ramiz Arifi. Er ist Leiter des zweiten Projektes, das mithelfen soll, das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in unserem Kreis zu erleichtern.

Es sollen Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere Eltern und Familien, die einen Kindergarten oder eine Schule besuchen, bei den alltäglichen Anforderungen durch eine persönliche Begleitung unterstützt werden.

Für den am 5. Oktober beginnenden 45-stündigen Einweisungskurs haben sich sieben Frauen gemeldet, fünf aus Eschwege, eine aus Bad Sooden-Allendorf und eine aus Meinhard. Mit letzteren beiden Frauen sei ein Anfang gemacht, Integrationslotsen im gesamten Werra-Meißner-Kreis zu installieren, sagt Ramiz Arifi. Hessisch Lichtenau, Sontra und Witzenhausen liegen ihm besonders am Herzen, grundsätzlich aber hat er sich zum Ziel gesetzt, für alle Kommunen Integrationslotsen zu finden. Mit dem ersten Durchgang werden zwölf Sprachen abgedeckt, jetzt kommen mit Italienisch, Thailändisch und Albanisch drei weitere hinzu. Fremdsprachen seien ein ganz wichtiges Instrument für die Arbeit, den neu zugezogenen Menschen zu helfen, im Werra-Meißner-Kreis heimisch zu werden, betont Arifi.

Dem stehen meist ungenügende Deutschkenntnisse, Orientierungsschwierigkeiten im Wohnumfeld sowie Eingliederungsprobleme in Schule, Ausbildung oder Beruf im Wege. Hier setzen die Integrationslotsen an, die die Bereitschaft für freiwillige ehrenamtliche Arbeit, etwas Zeit und Freude am Umgang mit Menschen, keine Vorurteile und viel Verständnis und Toleranz mitbringen sollten.

Die Basisqualifikation vermittelt Infos über soziale Angebote, medizinische Versorgung, Versicherungen, Verbraucherschutz, Hilfen zur Eingliederung und vieles mehr. Die Lotsen können sich durch ein Zertifikat ausweisen.

Finanziert wird die Qualifizierung durch das hessische Ministerium der Justiz, für die praktische Arbeit und Auslagen werden noch Sponsoren gesucht.

Von Helmut Mayer

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