Weiterhin Lüften

Corona: Kreisverwaltung lehnt Luftfilter an Schulen ab

Luftfilter steht in einer Kita in Ulfen bei Sontra.
+
Luftfilter wird in einer Kita in Ulfen bei Sontra getestet.

Diskussion um Coronaschutz in Kitas und Schulen: Kreisverwaltung Werra-Meißner lehnt Luftfilter als Ergänzung in Schulen ab.

Werra-Meißner – Sollen Luftfilter in Schulen und Kitas als Ergänzung zum Lüften eingesetzt werden? Diese Frage treibt Kreistag, Kreisverwaltung und Bürgermeister im Werra-Meißner-Kreis um. Die Kreisverwaltung spricht sich gegen Luftfilter aus und hält allein am Lüften fest, die Antwort der Bürgermeister ist zurückhaltender. Angezweifelt wird die Wirksamkeit. Unterdessen hat das Land Hessen mehr Geld für Schutzmaßnahmen in Kitas und Schulen versprochen.

Die Kreisverwaltung hält den Kauf von Luftreinigungsanlagen „für nicht erforderlich“, teilte Kreissprecher Jörg Klinge erst gestern mit. Denn weder sei die Wirksamkeit hinsichtlich der Reduzierung von Sars-CoV-2-Viren „eindeutig nachgewiesen“, noch könnten die Geräte „die in Unterrichtsräumen übliche Anreicherung von Kohlendioxid (CO2), Luftfeuchte und diversen chemischen, teils geruchsaktiven Substanzen beseitigen“, so Klinge.

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Luftfilter in vier Klassenräumen im Einsatz

In der letzten Kreistagssitzung sprach sich Dr. Rainer Wallmann, erster Kreisbeigeordneter, für das Lüften aus. Mangels ausreichender Nachweise über die Wirksamkeit von Raumluftfilter wögen die Nachteile wie Lärmbelastung, hohe Kosten und Lieferzeit schwerer. Mit den Schulen stünde der Kreis jedoch eng in Kontakt und hätte für diese auch Luftfilter besorgt, wo das Öffnen von Fenstern nicht oder nicht ausreichend möglich sei.

Das beträfe im Kreis von insgesamt 1245 Klassenräumen nur vier in den Beruflichen Schulen in Witzenhausen. Pro Raum seien zwei Geräte beschafft worden, so Klinge. Die acht Geräte hätten Netto 12 000 Euro gekostet. Wallmann mahnte im Kreistag zur Vorsicht. Raumluftfilter würden eine „trügerische Sicherheit“ suggerieren. „Ich habe schon gehört, man müsse dann nicht mehr so viel Lüften.“

Die Bürgermeister im Kreis konnten sich noch nicht zu einer Entscheidung für die Kindertagesstätten durchringen: „Wir sind noch in der Findungsphase“, bestätigt Friedel Lenze, Bürgermeister von Berkatal und Sprecher der Bürgermeister.

Einen Testlauf gab es aber schon: in der Kita Waldwichtel in Ulfen (Stadt Sontra). Einen wissenschaftlichen Anspruch habe man jedoch nicht gehabt. Das Motiv für den Testlauf: Man wolle gucken wie das funktioniere. So ein Gerät verursache schließlich auch Lärm und Geräusche. Und auch die Bürgermeister sind sich unsicher, ob ein Raumluftwilter wirklich gegen die Ausbreitung des Virus helfe. (Von Hanna Maiterth)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare