MaChlast spielt im E-Werk feinste Blasmusik quer durch die Genres

Boten ein traditionsbewusstes, abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm: Die Musiker von MaChlast bei ihrem Auftritt im Eschweger E-Werk.
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Boten ein traditionsbewusstes, abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm: Die Musiker von MaChlast bei ihrem Auftritt im Eschweger E-Werk.

Als „feinste Blasmusik quer durch die Genres“ beschreibt Andreas Kofler, Chef von MaChlast, das Portfolio seiner Band - Musik, die das Publikum jetzt im E-Werk in Eschwege geboten bekam.

Sie sei „erstklassig und genießt Kultstatus“, fasst Mitorganisator Markus Schreiber zusammen. Beide deuten an, was das Publikum im E-Werk geboten bekam: Ein modernes und traditionsbewusstes Programm, das feinfühlige Blasmusikliebhaber und ausgelassene Kirmes-Tänzer adressierte – ein anspruchsvoller Spagat.

Eingestimmt wurde das Publikum zuvor von den Friedataler Musikanten. „Gemütliches Beisammensein“ lautet die Übersetzung des tschechischen Wortes Chlast – die Gründungsidee der Formation. Quer durch Österreich verteilt wohnen die Musiker, die sich zu Studienzeiten 2003 an der Musikhochschule in Wien kennengelernt haben und heute rund zehn Auftritte im Jahr geben.

Nach regelmäßigen Treffen probte die Band später nur noch jährlich in St. Martin im Innkreis – dem Geburtsort des „Woodstocks der Blasmusik.“ „Wir haben zum Abschluss immer einen kleinen Auftritt im Wirtshaus veranstaltet“, blickt Kofler zurück, „Da wurde der Andrang immer größer“. Seit 2011 genügte der Platz nicht mehr, MaChlast ist auf ein Gelände im Ort im Innkreis ausgewichen, hat weitere Bands eingeladen und einen Campingplatz errichtet. Das „Woodstock der Blasmusik“ mit vier Tagen Dauerunterhaltung für inzwischen rund 60.000 Besucher war geboren.

Die Gründungsväter des Festivals überzeugten mit einem Portfolio, das Überraschungen bereithielt: Evergreens wie der „Böhmische Traum“ haben sich mit professionellen Eigenkompositionen abgewechselt. „Als ich gefragt habe, wer MaChlast gehört hat, gingen ein paar Hände hoch. Zum Abschluss frage ich: Wer möchte sie noch mal hören?“, entlockte Schreiber, der mit Marius Spengler und Niklas Schindewolf Organisator ist, dem Publikum einen minutenlangen Applaus, den sich manch ein Kirmeszelt sehnlichst wünscht.

Innovationen oder unbekannte Genres hat die Band zwar nicht hervorgebracht, aber getreu dem Motto „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ bekannte Rhythmen mit Dynamik, instrumentalem Talent und frischen Motiven zu einer besonderen Atmosphäre vereint. „Meistens haben Blasmusiker den böhmischen Slang, aber MaChlast hat einen eigenen Stil. Die Österreicher wirken ganz anders. Sie gehen mehr ins Ohr und ins Herz“, resümiert Horst Beck, Blasmusik-Fan.

Nachdem in der ersten Hälfte Polkas und Solos zelebriert wurden, zog die Formation das Tempo in der zweiten Hälfte an: Sie unternahm mit Adaptionen bekannter Künstler wie Udo Jürgens eine Exkursion in Richtung der Genres des Pop, Jazz sowie balkanischer Stücke und brachte das Publikum zum Tanzen.

Von Lorenz Schöggl

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