Mehr Männer interessieren sich im Werra-Meißner-Kreis inzwischen für den Erzieherberuf

Im Kreis fehlen männliche Erzieher, Kindergarten, kita (von links) leon, Ira MAtthias Röhl, Daniel Koch und Celin
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Sitzen alle in einem Boot: (von links) Celin und Ira, Matthias Röhl von der Awo-Kita in Walburg, der Erzieher in Ausbildung bei den kleinen Strolchen in Eschwege, Daniel Koch, und Leon.

Männer sind nach wie vor Exoten in Kindertagesstätten in Deutschland – und in Einrichtungen im Werra-Meißner-Kreis im Besonderen. Das könnte sich in Zukunft ändern.

Nur 6,6, Prozent der Erzieher im Land sind männlich, im Kreisgebiet sogar nur 3,2 Prozent. Die Tendenz sinkt sogar. Nach dem Höchststand 2017 werden es Jahr für Jahr weniger. Das geht aus der Studie „Gute Strategie für gute Berufe in der frühen Bildung“ der OECD hervor. Es gibt aber Licht am Ende des Tunnels, wie Dr. Alexandra Volk, Abteilungsleiterin Fachbereich Sozialpädagogik an den Beruflichen Schulen in Witzenhausen, mit Blick auf die Schülerzahlen sagt.

Dr. Alexandra VolkSozialpädagogin

25 Prozent der Auszubildenden zum Erzieher, seien jetzt schon männlich. Die Beruflichen Schulen bieten zwei Ausbildungsvarianten an. Zum einen das bekannte Modell der Vollzeit-Ausbildung, zum anderen die praxisintegrierte Ausbildung (Pia). Die startet in Witzenhausen ab dem Sommer. Als Grund für die aktuell guten Zahlen nennt Dr. Volk die Öffentlichkeitsarbeit in der Vergangenheit. „Wir haben unser Angebot selbst vorgestellt, waren auf Ausbildungsmessen und haben einen Film gedreht“, sagt sie. Außerdem habe auch die Landesregierung das Problem erkannt und eine Werbeoffensive gestartet. Für den Start der neuen, drei Jahre dauernden Ausbildung gibt es in beiden Ausbildungskategorien noch freie Plätze. Noch kann man sich bewerben. Zehn Männer haben für das Schuljahr 2020/2021 schon eine Zusage.

Daniel Koch aus Eschwege befindet sich zurzeit mitten in seiner Ausbildung zum Erzieher. Er hat sich für die Pia-Ausbildung entschieden. Nach fünf Semestern Jura-Studium hat er während eines Praktikums gemerkt, dass der Erzieherberuf „genau mein Ding“ sei. Die Bezahlung während der Pia-Ausbildung mache es gerade Männern jetzt einfacher, sich für den Beruf zu entscheiden. „Und später kann man mit dem Gehalt auch eine Familie ernähren“, sagt Koch. Für die Atmosphäre in den Kitas seien Männer eine Bereicherung, sagt Monika Winkelbach von den Kitas Witzenhausen. „Sowohl für die Kinder als auch für das Kollegium.“ Foto: maik dessauer " SEITE 5

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