50 Prozent der Beschäftigten werden außertariflich bezahlt

Mai-Kundgebung in Eschwege gegen Rassismus, schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung

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Einige Teilnehmer fanden den Weg zur Mai-Kundgebung des DGB auf den Eschweger Obermarkt.

Eschwege. Ein Zeichen setzen gegen Rassismus, schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung und  für Solidarität, Gerechtigkeit und Vielfalt -  das war das Thema der DGB-Mai-Kundgebung auf dem Eschweger Obermarkt.

Der deutschen Wirtschaft geht es gut, doch wie legen die Unternehmen ihren Wohlstand auf die Arbeitnehmer um? Nur rund 50 Prozent aller Beschäftigten werden laut Tarif bezahlt, regelmäßig müssen die Menschen in einigen Unternehmen um ihre Jobs bangen. 

Anja Neumann und Thomas Müller vom DGB-Kreisvorstand.

Dagegen setzte der Deutsche Gewerkschaftsbund (kurz: DGB) traditionell zum ersten Mai, bekanntlich dem Tag der Arbeit, ein klares Zeichen mit seiner Kundgebung auf dem Obermarkt in Eschwege. Unter dem Motto Solidarität – Vielfalt – Gerechtigkeit wurde ein deutliches Signal gegen den Rechtsextremismus und Rassismus gesetzt.

Anja Neumann, Kreisvorsitzende des DGB Werra-Meißner, begrüßte alle Demonstranten und freute sich auf spannende Reden. Sie erinnerte gemeinsam mit Thomas Müller, ebenfalls Vorsitzender der DGB Werra-Meißner, an die Proteste der vergangenen Tage in Witzenhausen. „Wir dürfen den Rechtsgesinnten nicht unsere Orte überlassen“, machte sie deutlich. „Hier ist kein Platz für Rassismus, unsere Welt ist bunt!“ Müller resümierte das vergangene Jahr und stellte fest: „Vielfältig war unser Protest. Wir sind die, die sich zusammengeschlossen haben für besseren Lohn, Arbeitszeit, Rente und vieles mehr.“ Auf die Konflikte der Welt und die Vergangenheit verwies Landrat Stefan Reuß und wünschte sich, dass die Toleranz, Vielfalt und Offenheit nicht verloren gehen.

Hauptredner der diesjährigen Kundgebung in Eschwege: Friedrich Nothhelfer, IG BCE Bezirksleiter Nordhessen.

Hauptredner der diesjährigen Kundgebung war Friedrich Nothhelfer, IG BCE Bezirksleiter Nordhessen. Er nahm unter anderem die Wahlergebnisse der Bundestagswahl und die AfD in den Fokus. „Es ist das Produkt, in dem Ängste geschürt werden und das in einem der reichsten Länder der Welt“, meinte Nothhelfer. Gleichzeitig sprach er Missstände wie den Mangel an bezahlbaren Wohnraum, das Bildungssystem und die Chancen, die Betriebsräte bieten, an. „Dort wo wir Betriebsräte haben, wird Demokratie gelebt“, betonte er. „Auch gegen den Wind der Arbeitgeber.“ 

Daher forderte er ganz deutlich, aus dem Können, ein Müssen seitens der Politik werden zu lassen. Passend zum Motto der Veranstaltung hielt auch Lothar Dietrich vom Aktionsbündnis Bunt statt Braun eine sehr direkte Rede über die Missstände in der Politik und deren Auswirkungen auf das Ausland. „Bei Auslandseinsätzen geht es vor allem ums große Geschäft, nicht um menschliche Werte“, verdeutlichte er den Demonstranten. Am Stand von Amnesty International wurden Unterschriften gegen die Inhaftierung zweier Gewerkschaftsmitglieder im Iran gesammelt. Auch die Gewerkschaften Verdi und IG Metall sowie einige politische Parteien waren vor Ort und informierten die Menschen.

Eins ist klar: Mit der diesjährigen Kundgebung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund wieder ein klares Zeichen gesetzt. Gegen Rassismus, schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung, für Solidarität, Gerechtigkeit und Vielfalt!

Von Selina Kaiser

DGB-Kundgebung in Eschwege

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